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Frisches Geflügel von nebenan

Wer wissen möchte, woher Gans, Ente oder Pute stammen, wie sie gehalten und gefüttert wurden, sollte kritisch aufs Etikett schauen. Ein Faltblatt mit Adressen regionaler Erzeuger gibt es jetzt aktuell in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Thüringen und auf der Homepage.

Frisches Geflügel von nebenan
Frisches Geflügel von nebenan

Nur ein kleiner Teil des Geflügelangebotes stammt aus einer artgerechten Haltung. Werbeaussagen wie „vom Bauernhof“ oder „bäuerliche Bodenhaltung“ suggerieren besondere Qualität. „Jedoch handelt es sich oft um Geflügel, das aus einer Intensivmast stammt, bei der die Tiere in wenigen Wochen ihr Schlachtgewicht erreichen müssen“, so Petra Müller, von der Verbraucherzentrale Thüringen.

„Wer Wert auf gute Haltungsbedingungen legt, die den Bedürfnissen der Tiere entsprechen, sollte auch beim Weihnachtsbraten kritisch nachfragen und aufs Etikett schauen“, so die Expertin. Angaben zur Haltungsform sind auf dem Etikett freiwillig. Die „Bäuerliche Freilandhaltung- unbegrenzter Auslauf“ kommt einer artgerechten Tierhaltung am nächsten. Noch höhere Anforderungen gelten für Geflügel aus ökologischer Landwirtschaft. Hier werden die Tiere in traditioneller Auslaufhaltung gehalten, das Mindestschlachtalter entspricht dem der o.g. Haltungsformen, bei Gänsen sogar länger. Bei Öko-Geflügel wird zusätzlich auf antibiotische Leistungsförderer und den vorbeugenden Einsatz von Arzneimitteln verzichtet.  Und für Feinschmecker besonders wichtig: Geflügelfleisch aus extensiver Haltung überzeugt durch besseren Geschmack und geringere Zubereitungsverluste.

„Extensive Bodenhaltung“ etwa besagt, dass die Tiere mehr Platz haben als in der üblichen intensiven Bodenhaltung. Allerdings werden auch sie ausschließlich im Stall gehalten, erläutert die Verbraucherzentrale Thüringen. Die Kennzeichnung „Freilandhaltung“ bedeute zwar ähnliche Bedingungen, aber die Tiere müssten zumindest die Hälfte ihrer Lebenszeit tagsüber ständig die Möglichkeit haben, an der frischen Luft auf vorwiegend begrünten Flächen zu bewegen.

Die Verbraucherzentrale Thüringen empfiehlt, möglichst bei einem Erzeuger aus der Umgebung einzukaufen, dessen artgerechte Geflügelhaltung bekannt ist. So werden unnötige Transporte vermieden und der Kunde erhält garantiert frische Ware. Die Verbraucherzentraler hat den Einkaufsführer „Bezugsmöglichkeiten von alternativ erzeugtem Geflügel in Thüringen“ gerade herausgebracht und will damit Verbrauchern im Etikettendschungel den Weg weisen.

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