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Schizophrenie womöglich eine Autoimmunreaktion

Ein internationales Forscherteam bestehend aus 190 Forschern von 135 Institutionen haben die Kranhkeit Schizophrenie unter die Lupe genommen und haben dabei neue Erkenntnisse zur Entschlüsselung der genetischen Grundlagen der psychischen Erkrankung gewonnen. Dabei kam die Vermutung auf, dass es sich bei der Krankheit womöglich um eine Autoimmunreaktion handeln könnte.

Schizophrenie womöglich eine Autoimmunreaktion

Schizophrenie womöglich eine Autoimmunreaktion

Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus, dass sich die Erkrankung Schizophrenie vererben lässt. Eine aktuelle Studie hat jedoch neue Regionen des menschlichen Genoms identifiziert, die mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden können und weitere, vor kurzem entdeckte Genomregionen bestätigt, die krankheitsverursachende Genvarianten beherbergen. Professor Byran Mowry vom Queensland Brain Institute leitete den australischen Forschungsbeitrag zu dieser Studie und betonte dabei, dass diese neuen Erkenntnisse und Ergebnisse auf den beispiellosen Umfang der Untersuchung mit mehr als 50.000 Teilnehmern zurückzuführen ist. „Die Studie führt zu einem besseren Verständnis des Mechanismus, der für die genetische Anfälligkeit für Schizophrenie verantwortlich ist “, erklärte Professor Mowry.

Die Ergebnisse der Studie sin in der aktuellen Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift Nature Genetics veröffentlicht worden. Demnach leidet jeder Hundertste an der psychischen Krankheit Schizophrenie, die typischerweise im Heranwachsenden- oder frühen Erwachsenenalter ausbricht. Psychosen mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen sind für die Krankheit symptomatisch, aber auch andere Symptome, wie Verwahrlosung, unmotiviertes Verhalten und ein erhöhtes Selbstmordrisiko, treten häufig auf. Professor Mowry ist davon überzeugt, dass ein besseres Verständnis der genetischen Grundlagen von Schizophrenie dazu beitragen wird, die Krankheit früher diagnostizieren und besser behandeln zu können. „Wenn das genetische Profil eines Menschen aufzeigt, dass er oder sie zu Schizophrenie neigt, ist es besonders wichtig, bekannte Risikofaktoren, wie das Rauchen von Cannabis, zu vermeiden“, sagte Professor Mowry.

„Wir gehen außerdem davon aus, dass ein Verständnis des biologischen Mechanismus, der der Erkrankung zugrundeliegt, in Zukunft wirksamere Therapeutika hervorbringen wird. Besonders hervorzuheben ist die Entdeckung so genannter Single Nucleotide Polymorphisms (SNPs) in einer Region, die zahlreiche Immungene enthält. Dies lässt vermuten, dass Schizophrenie durch Autoimmunreaktionen oder Infektionen hervorgerufen werden kann. Ein weiterer SNP wurde in einer Genomregion identifiziert, die mit der neuronalen Entwicklung in Zusammenhang gebracht wird. Diese Entdeckung lässt ebenfalls auf einen neuartigen Mechanismus schließen, der dieser Krankheit zugrunde liegt. Auch die genetische Überlappungen zwischen bipolaren Störungen und Schizophrenie, die im Rahmen der Studie bestätigt wurde, scheint ein starker Hinweis darauf zu sein, dass beide Erkrankungen durchaus einen gemeinsamen Ursprung haben.

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