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Untersuchung gibt Hinweis auf Wahrnehmung von Wachkoma-Patienten

Eine neue, relativ leicht durchführbare Untersuchung soll Rückschlüsse auf das Wahrnehmungsvermögen von Wachkomapatienten ermöglichen. Für Angehörige wären Hinweise darauf, in welchem Maß der Patient etwas von seiner Umgebung mitbekommt und ob möglicherweise sogar eine Kommunikation möglich ist, ein Lichtblick.

Untersuchung gibt Hinweis auf Wahrnehmung von Wachkoma-Patienten

Mit einfachen Elektroenzephalografen (EEG) maßen Forscher die Aktivitäten des Gehirns von Wachkoma-Patienten. Bislang waren für solche Messungen Magnetresonanztomografen (MRT) eingesetzt worden, was jedoch teurer ist und deutlich mehr Aufwand erfordert. So lassen sich die flexiblen Elektroenzephalografen direkt neben dem Bett des Patienten im Wachkoma platzieren. Betroffene wären für Untersuchungen nicht mehr dem potenziell gefährlichen Transport zu MRT-Einrichtungen ausgesetzt.

Die EEG-Messung hat noch einen weiteren Vorteil. Damian Cruse von der Universität Western Ontario in Kanada erklärt als Autor der neuen Studie, die im Fachjournal „Lancet“ veröffentlich wurde: „Wir bringen die Messung in die Gesellschaft, zu den Patienten.“ Damit finden die Messungen nach Ansicht des Forschers in der Umgebung statt, in der sich der Grad der noch vorhandenen Wahrnehmungsfähigkeit, die Unterscheidung von Reflexen und Bewusstsein, am zuverlässigsten feststellen lässt. Allerdings wird sich laut Cruse nur für die wenigsten Patienten durch die neue Methode eine Möglichkeit zur Kommunikation eröffnen.

Bei den EEG-Tests werden Elektroden am Kopf des Patienten befestigt. Die Messungen lassen Rückschlüsse auf die Gehirnaktivitäten zu. Bei drei von 16 anscheinend nicht ansprechbaren Patienten zeigten positive Gehirnsignale die Fähigkeit, einfachen Anweisungen zu folgen. Möglicherweise lässt sich jedoch auch mit dem EEG nicht ausschließen, dass Patienten trotz nicht messbarer Gehirnströme bei Bewusstsein sind. Die bisherigen Ergebnisse können jedoch Ärzte und Wissenschaftler ermutigen, nach weiteren Wegen zur Kommunikation mit Patienten im Wachkoma zu suchen.
(ms)

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