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Neue Ansätze in der Tinnitus-Behandlung?

Für die Betroffenen ist es eine echte Qual, die sich Unbeteiligte kaum vorstellen können: Das Zischen, Rauschen und Fiepen im Ohr nimmt kein Ende. Wer an einem Tinnitus erkrankt ist, leidet unter ständigen Ohrgeräuschen. Jetzt haben niederländische Forscher herausgefunden, wie man ihnen entgegenwirken kann.

Neue Ansätze in der Tinnitus-Behandlung?

Zwar können die kontinuierlichen Ohrgeräusche nicht dauerhaft geheilt werden, doch eine Kombination mehrerer zielgerichteter Therapien kann helfen, sie zu mildern. Das zumindest ist das überraschende Ergebnis der Universität Maastricht, das nun in der britischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Eine Kombination aus psychologischer Behandlung und Hörtherapie kann dauerhaft zu einer Verbesserung der Symptome führen, wie eine medizinische Studie bewies.

Eine Testgruppe aus 245 Erwachsenen ließ sich ein Jahr lang mit der kombinierten Methodik behandeln, danach hatten 33 Prozent der Probanden deutliche Verbesserungen zu verzeichnen. In der Kontrollgruppe, die mit klassischen Methoden behandelt worden war, stellten lediglich 13 Prozent eine Verbesserung fest. Dabei sei in beiden Gruppen nichts gegen das Ohrgeräusch unternommen worden, lediglich die begleitenden Umstände seien optimiert worden. Trotzdem bezeichnen sich die Probanden der Testgruppe als geheilt – ein Umstand, der zeigt, dass der Tinnitus offenbar durch die richtige Behandlung im Lauf der Zeit weniger spürbar wird.

Von der Universität Regensburg und dem deutschen Tinnitus-Experten Berthold Langguth kommt dann auch viel Lob für den Ansatz, der verschiedene Behandlungsmethoden miteinander kombiniert. Er zeigt, dass die Krankheit zwar unheilbar sein mag, doch dass es durchaus Therapien gibt, die ihn langfristig lindern und die damit eine echte Erleichterung für die Betroffenen bringt.

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