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Woher chronisch-entzündliche Darmkrankheiten kommen

In einer der größten jemals durchgeführten wissenschaftlichen Studien konnte ein internationales Team ein neues Licht auf die genetischen Ursachen von chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten (CED) werfen. Über 2,5 Millionen Menschen weltweit sind von diesen Krankheiten betroffen.
Neue Erkenntnisse über chronisch-entzündliche Darmkrankheiten

Neue Erkenntnisse über chronisch-entzündliche Darmkrankheiten

Um Betroffenen zu helfen, suchten Wissenschaftler weltweit nach den krankheitsauslösenden Genen. Ihren aktuellen Durchbruch veröffentlichte ein Forschertean in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Mitautor Professor Andre Franke von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist selbst überrascht über den großen Erfolg der Studie: “Wir konnten zum einen die Anzahl der nun bekannten Krankheitsgene nahezu verdoppeln, zum anderen müssen wir in Zukunft unseren Fokus noch mehr auf die Bakterien und Viren im Darm legen. Hierfür planen wir, Stuhlproben von Tausenden Patientinnen und Patienten sowie von gesunden Personen zu untersuchen und mit den genetischen Daten zu kombinieren. Die Studie zeigt auch, wie wichtig es mittlerweile geworden ist, sich mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf der Welt zu vernetzen“, so Professor Andre Franke.

Die neue Studie konnte genetische Variationen in 163 Regionen des menschlichen Genoms, von denen 71 neu entdeckt wurden, mit einem erhöhten Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen in Verbindung bringen. Offenbar gibt es einen Zusammenhang mit anderen Autoimmunkrankheiten. CED wird demnach durch ein überaktives Immunsystem, das ursprünglich zur Bekämpfung von ernsten Infektionen entstanden ist, ausgelöst.

Bei dieser Art von Krankheiten löst das Immunsystem normalerweise eine anhaltende Entzündungsreaktion im Darm aus, die die Darmwand beschädigt und zu Durchfall und Bauchschmerzen führt. Die Betroffenen benötigen dann eine lebenslange medikamentöse Behandlung und oft chirurgische Eingriffe, um Gewebeschädigungen, die durch die Krankheit verursacht werden, zu beheben.

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