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Soja hilft nicht zuverlässig gegen Beschwerden in den Wechseljahren

Für viele Frauen bringen die Wechseljahre erhebliche Beeinträchtigungen mit sich – neben abnehmender Knochendichte sind Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und Depressionen einige der sehr häufig auftretenden unangenehmen Begleiterscheinungen.

Um die hormonelle Achterbahnfahrt in den Griff zu bekommen, greifen heute viele Betroffene zu pflanzlichen Hormonpräparaten aus Soja. Bis vor einigen Jahren setzten Ärzte zur Linderung der typischen Beschwerden auf eine Hormonersatztherapie (HRT) durch die Verabreichung des Hormons Östrogen mit oder ohne Progesteron. Zwar wurden durch die Hormonersatztherapie viele der wechseljahresbedingten Veränderungen und Leiden positiv beeinflusst, aber eine erhöhte Brustkrebsrate und kardiovaskuläre Risiken brachte die Östrogentherapie zunehmend in Verruf.

Auf der Suche nach Alternativen mit weniger bedenklichen Nebenwirkungen schienen Phytohormone aus Soja ein natürliches und unbedenkliches Mittel zu sein. Die Vermutung lag nahe, da im asiatischen Raum, wo viele Sojaprodukte verzehrt werden, Wechseljahresprobleme deutlich seltener und weniger intensiv sind. Hoch dosierte Soja-Isoflavone in Form von Nahrungsergänzungsmitteln galten daher als eine unbedenkliche Möglichkeit, Beschwerden in den Wechseljahren zu lindern.

Die Wirksamkeit der pflanzlichen Hormone hat sich in einer neuen Studie jedoch nicht bestätigt. 250 Frauen im Beginn der Menopause erhielten über einen Zeitraum von zwei Jahren entweder Soja-Isoflavone in einer sehr hohen Dosis oder ein Placebopräparat. Die Ergebnisse beweisen, dass Soja keinen positiven Einfluss auf die Knochendichte hat – in beiden Gruppen gab es keine signifikanten Unterschiede. Auf Hitzewallungen scheint sich die Sojazufuhr sogar negativ auszuwirken: Während nur jede dritte Frau in der Placebogruppe unter Hitzewallungen litt, klagte in der Sojagruppe die Hälfte der Studienteilnehmerinnen über Hitzewallungen.

Als Alternative zur HRT sind pflanzliche Hormone damit nicht geeignet. Allerdings schaden sie auch nicht, sodass betroffenen Frauen nicht von Soja abgeraten werden muss.

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