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Rezeptbetrug: Apotheker wehren sich gegen Vorwürfe der AOK

Bundesweit sollen mehrere tausend Apotheken Medikamente zu Lasten der AOK abgerechnet haben, die nachweislich nicht auf dem Markt waren. Die Apotheker wehren sich derweil gegen der Vorwurf der AOK.

Rezeptbetrug: Apotheker wehren sich gegen Vorwürfe der AOK

Rezeptbetrug: Apotheker wehren sich gegen Vorwürfe der AOK.

„Die AOK prüft derzeit die Vorfälle und wird entsprechend die zuständigen Staatsanwaltschaften einschalten“, sagte ein Sprecher des AOK-Bundesverbandes am Freitag (19. August) in Berlin. Nach Angaben der AOK sind allein im Juni mehr als 30.000 Fälle bekannt geworden, in denen Rezepte mit einem derzeit nicht am Markt befindlichen anderen Medikament bedruckt und abgerechnet wurden.

Eine akute Gesundheitsgefahr für Patienten bestehe laut AOK nicht, wenn es sich bei den tatsächlich abgegebenen Medikamenten um wirkstoffgleiche Medikamente handele, die grundsätzlich austauschbar seien. „Das im einzelnen abgegebene Medikament muss aber insbesondere aus Gründen der Arzneimittelsicherheit zwingend auf dem Rezept vermerkt werden“, sagte der AOK-Sprecher. „Es kann jetzt in mindestens 30.000 Fällen nicht mehr über die Rezepte zurückverfolgt werden, welcher Patient welches konkrete Medikament erhalten hat. Kommt es zum Beispiel zu einem Arzneimittelrückruf – etwa aufgrund einer gefährlichen Verunreinigung oder Falschdosierung – wäre eine direkte Information der betroffenen Patienten schlichtweg nicht möglich.“

Wie der Bundesverband Deutscher Apotheker mitteilte, verunsichere der AOK-Bundesverband derzeit wider besseren Wissens die Öffentlichkeit und versuche, eigene Fehler zu kaschieren. „Die AOK unterlässt es dabei sicherheitshalber erneut, das eigentliche Problem beim Namen zu nennen – die Rabattverträge. Denn seit Inkrafttreten der jüngsten Rabattverträge waren und/oder sind immer noch einige Hersteller, die von der AOK mit Zuschlägen beglückt wurden, nicht lieferfähig. Das heißt faktisch: Die Apotheke ist verpflichtet, ein Medikament abzugeben, das nicht existiert“, so heißt es in einer Presseerklärung.

DAV-Vorsitzender Fritz Becker: „Richtig ist, dass wir solche Fälle mit den Krankenkassen klären müssen. Wenn fehlerhaft dokumentiert wird, muss das korrigiert und klargestellt werden. Das ist bereits in Gesprächen zwischen AOK und DAV, aber auch durch Mitteilungen der Apothekerverbände und auch durch den Einsatz der Apothekenrechenzentren längst geklärt. Es ist und bleibt dennoch grotesk, wenn die AOK Verträge mit Herstellern abschließt, die nicht eine einzige Packung liefern können – und am Ende die Apotheken für die Folgen verantwortlich gemacht werden.“

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