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9/11-Rettungskräfte erkranken häufiger an Asthma und Krebs

Die Spätfolgen der Terroranschläge auf das World Trade Center vor fast genau 10 Jahren holen nun die Feuerwehrleute und Helfer ein, die am 9. September 2001 beim Einsturz der Twin Towers vor Ort waren. Die kürzlich im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichten Ergebnisse einer aktuellen Studie bestätigen ein erhöhtes Krebsrisiko. Zudem leiden Rettungskräfte, die dem giftigen Trümmerstaub ausgesetzt waren, häufig unter Asthma. Eine weitere Spätfolge sind psychische Erkrankungen, die noch Jahre nach dem traumatischen Ereignis auftreten können.

9/11-Rettungskräfte erkranken häufiger an Asthma und Krebs

9/11-Rettungskräfte erkranken häufiger an Asthma und Krebs

Die Autoren der Studie, unter ihnen der leitende Mediziner der New Yorker Feuerwehr, David Prozent, sehen den Zusammenhang zwischen dem World-Trade-Center-Einsatz und Krebs bestätigt und biologisch plausibel nachvollziehbar. Der Trümmerstaub enthielt Bestandteile wie Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Dioxine, die als Krebserreger bekannt sind. Diese Stoffe können sofort zu Tumoren führen oder den Umweg über chronische Entzündungen und Autoimmunerkrankungen nehmen. Lungenkrebs lässt sich oftmals erst nach zwei und mehr Jahrzehnten diagnostizieren.

Langzeitfolgen des Einsatzes

Im Rahmen der Studie wurden Daten von rund 9000 aktiven Helfern und etwa 900 an den Einsätzen nicht beteiligten Feuerwehrleuten ausgewertet. In den ersten sieben Jahren nach den Terroranschlägen erkrankten an den Rettungs- und Bergungsarbeiten unmittelbar beteiligte Helfer häufiger als ihre unbeteiligten Kollegen an verschiedenen Tumoren. Das Risiko einer Krebserkrankung stieg um 19 Prozent. Besonders häufig traten Prostata-, Darm-, Schilddrüsen, Nieren-, Blasen-, Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs auf.

Andere Langzeitfolgen bei 9/11-Helfern sind ein weiteres Thema im „The Lancet“. Insgesamt haben sich laut Juan P. Wisnivesky vom Mount Sinai Institut für Medizin in New York über 50.000 Menschen an den Arbeiten auf Ground Zero beteiligt. Viele von ihnen weisen Anzeichen von posttraumatischem Stress und Depressionen auf und leiden an Asthma und anderen Erkrankungen der Atemwege.

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