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Bluthochdruck-Gene entdeckt

Von der Volkskrankheit Bluthochdruck ist fast die Hälfte der Deutschen in mehr oder weniger starker Ausprägung betroffen. Ernste Folgen können eine Herzschwäche sowie Augen- und Gefäßerkrankungen sein. In gleich zwei aktuellen Studien haben Forscher nun insgesamt 28 Regionen im Erbgut ermittelt, die bei der Regulierung des Blutdrucks eine maßgebliche Rolle spielen. Die Identifizierung dieser Gene kann zur Entwicklung wirksamer Medikamente entscheidend beitragen.

Bluthochdruck-Gene entdeckt

Bluthochdruck-Gene entdeckt

Die kürzlich in den Magazinen „Nature Genetics“ und „Nature“ veröffentlichten Studien weisen auf zahlreiche genetische Risikofaktoren für Bluthochdruck hin. Damit wurde die frühere Annahme widerlegt, dass erbliche Komponenten nur bei selteneren Formen der Krankheit eine Rolle spielen. Darüber hinaus wurde ein Stoffwechselweg aufgedeckt, der ebenfalls an der Steuerung des Blutdrucks beteiligt ist.

Im Rahmen der Studie hatten die Wissenschaftler Genvarianten von mehr als 200.000 Europäern sowie von 74.000 Asiaten und Afrikanern geprüft. An der Auswahl der Genmuster aus Gendatenbanken waren 24 Länder mit insgesamt 346 Wissenschaftlern beteiligt. Schließlich wurden aus rund 2,5 Millionen Genvarianten 69.000 aus Europa stammende Personen als vielversprechende Kandidaten ausgesucht, deren Genvarianten dann an mehr als 130.000 weiteren Personen getestet wurden, um einen Zusammenhang mit Blutdruckanomalien aufzuspüren. Bei den 74.000 Personen afrikanischer und asiatischer Herkunft standen die ermittelten genetischen Risikofaktoren ebenfalls in signifikantem Zusammenhang mit dem Bluthochdruck.

Wie die Wissenschaftler in den Fachzeitschriften berichten, waren „29 Mutationen an 28 Genorten signifikant mit dem systolischen Blutdruck, dem diastolischen oder beiden verknüpft.“ Christopher Newton-Cheh vom Massachusetts General Hospital ist einer der Autoren der im „Nature“ Journal veröffentlichten Studie. Für ihn bedeuten die neuen Erkenntnisse mögliche Ansatzstellen für die Entwicklung innovativer Medikamente. Auch neue Therapien seien denkbar, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen gezielter als bisher vorzubeugen.

(ms)

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