Home / Gesundheit & Medizin / Immer mehr gefälschte Medikamente auf dem Markt

Immer mehr gefälschte Medikamente auf dem Markt

Immer mehr gefälschte Medikamente geraten in Deutschland in Umflauf: Der Zoll stellte im vergangenen Jahr mehr als zehn Millionen Tabletten sicher. Wie der Sprecher des Zollkriminalamtes (ZKA) in Berlin mitteilte, seien das doppelt so viele wie noch 2009.

Zahl gefälschter Medikamente steigt

Immer öfter werden teure Medikamente gefälscht. In der Türkei, in China oder der Ukraine werden die falschen Produkte hergestellt. Von dort finden sie immer häufiger den Weg zu deutschen Verbrauchern. Demnach stellte der Zoll im Jahr 2010 mehr als zehn Millionen Tabletten sicher. Das teilte das Zollkriminalamt am Mittwoch in Berlin mit. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Geschäft mit gefälschten Arzneimitteln weltweit pro Jahr einen Umfang von 75 Milliarden Dollar.

“Die Gewinnchancen sind nirgends höher als beim Handel mit gefälschten Arzneimitteln”, sagte Wolfgang Schmitz, Sprecher des Zollkriminalamtes (ZKA). Bei etwa 70 Prozent handele es sich um sogenannte Lifestyle-Produkte, vor allem Potenz- und Schlankheitsmittel. Aber auch Blutdrucksenker, Herzmittel, Impfstoffe, Antibiotika oder Krebsmedikamente werden illegal vertrieben. Für die Verbraucher kann der Konsum solcher Mittel mit gesundheitlichen Schäden verbunden sein. Sie sind oft falsch dosiert, enthalten keinen oder den falschen Wirkstoff, sind womöglich unter unhygienischen Bedingungen hergestellt worden.

Zusätzlich zu den gefälschten Tabletten wurden im vergangenen Jahr 14,4 Millionen Ampullen Anabolika sichergestellt. 2010 sei im ländlichen Raum in Deutschland eine illegale Arzneimittel-Produktionsstätte ausgehoben worden, sagte Schmitz. Deshalb sei die Zahl der beschlagnahmten Produkte besonders in die Höhe gestiegen. Für 2011 werde bei den Tabletten wieder mit einer Zahl zwischen fünf und sechs Millionen gerechnet.

„Die Gewinnchancen sind nirgends höher als beim Handel mit gefälschten Arzneimitteln“, sagte der Zollfahnder. Er verwies auf das Verfahren „Männerapotheke“, das seit 2008 bei der Staatsanwaltschaft Potsdam angesiedelt sei. Nach diesen Ermittlungen sei binnen drei Jahren ein Umsatz zwischen 25 und 30 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Man gehe von einem Profit von 700 Prozent aus. Die Täter kämen oft aus der Organisierten Kriminalität.

Scroll To Top