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Stimmungstief zum Jahreswechsel

Die Sonne scheint selten, die Tage sind kurz, grau ist die bestimmende Farbe: Das wirkt sich oft auf die Stimmung aus. Allerdings ist gerade zum Jahreswechsel dann nicht von einer Depression oder Winterdepression die Rede. Experten gehen davon aus, dass viele Menschen pünktlich zum Neujahr in ein emotionales Stimmungstief fallen. Obwohl ein solcher Neujahrsblues für schlechte Laune sorgt, hat jener mit einer Depression nichts zu tun.

Stimmungstief zum Jahreswechsel

Stimmungstief zum Jahreswechsel

Wie Experten sagen, können die Tage nach Silvester hart werden. Denn statt mit neuer Kraft ins neue Jahr zu starten, holt viele ein richtiges Stimmungstief ein. „Es ist tatsächlich alles sehr emotional“, sagt Manfred Wolfersdorf, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Bezirkskrankenhauses Bayreuth gegenüber Focus Online. Immerhin blicken wir gerade auf eine sehr emotionale Zeit zurück: Weihnachten. In dieser Zeit ist man vermehrt mit der Familie zusammen, genießt die Ruhe und die Nähe der Familie. Aber viel wichtiger ist, dass ein Jahresende auch eine Gelegenheit ist, zurückzublicken und Resümee zu ziehen. Wenn jemand dann das Gefühl hat, im alten Jahr hätte mehr erreicht werden müssen oder vieles hätte anders ablaufen müssen, dann kommen Schuldgefühle mit ins Spiel. Auch wenn gute Vorsätze im alten Jahr nicht eingehalten werden konnten, drückt das unbewusst die Stimmung.

Stimmungstief, aber keine Winterdepression

Allerdings hat ein solches Stimmungstief zum Jahreswechsel nichts mit einer Deprssion zu tun. „Ein bisschen Trauer gehört dazu, wenn sich Wünsche oder Träume nicht erfüllt haben und man sich von ihnen verabschieden muss“, sagt Psychiater Manfred Wolfersdorf. Offenbar sei es völlig „normal“ ab und zu mal traurig oder niedergeschlagen zu sein. Dem Experten zufolge sei das ein wichtiger Bestandteil des Lebens, den man ruhig auch mal zulassen soll. Dabei rät der Psychiater, sich keine großen Gedanke mehr über gescheiterte Vorsätze zu machen. Stattdessen sei es sinnvoller, sich über die Zukunft Gedanken zu machen und sich zu überlegen, wie die Vorsätze im neuen Jahr umgesetzt werden könnten. Wissenschaftler der Universität von Washington haben in in einer Studie gezeigt, dass jeder Fünfte mehr als sechs Anläufe benötigt, um die gefassten Vorhaben in die Tat umzusetzen. Das zeigt, wie groß der Schweinehund in den meisten Menschen ist.

Niedergeschlagenheit und Depressionen

Auch wenn das vergangene Jahr von Misserfolgen geprägt sein sollte, dann dürfe man deswegen nicht depremiert sein. Denn man erinnert sich zuerst an das Negative in der Vergangenheit. „Die negativen Erlebnisse sind im Gedächtnis viel fester verankert als die positiven. Daher erinnert man sich auch eher an das, was einen beeinträchtigt und traurig gemacht hat“, erläutert Manfred Wolfersdorf gegenüber Focus Online. Es ist also nicht bedenklich, wenn auf den ersten Blick nur die Fehlschläge und Misserfolge des alten Jahres auffallen. Wenn nun ein Stimmungstief zum Jahreswechsel auftritt, dann kann das ganz normal sein. Denn Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit gehöre zum Leben einfach dazu. Meistens lösen sich die trübseligen Gedanken in ein paar Stunden oder Tagen wieder in Luft auf.

Dass sich der Lichtmangel und der Winter auf die Stimmung auswirken, das wissen Forscher schon lange. Wer sich in dieser Jahreshälfte antriebslos und müde fühlt, leidet allerdings noch nicht an depressiven Verstimmungen.

 

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