Home / Wissen / Raus aus den Schlagzeilen, rein in die inhaltliche Debatte – Erst Ziele der Pflegereform festlegen, dann über Finanzierung reden

Raus aus den Schlagzeilen, rein in die inhaltliche Debatte – Erst Ziele der Pflegereform festlegen, dann über Finanzierung reden

„Bevor über die Finanzierung einer Pflegereform diskutiert werden kann, müssen erst einmal die inhaltlichen Eckpunkte vorliegen“, fordert der Geschäftsführende Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, in Berlin. „Wer den zweiten Schritt vor dem ersten macht, wird stolpern: Denn wir brauchen nicht mehr Geld für schlechte Pflege, sondern ein tragfähiges Konzept für die Zukunft. Dazu hat Bundesgesundheitsminister Bahr bisher nichts vorgelegt“, so Brysch weiter. Die Patientenschutzorganisation der Schwerstkranken, Schwerstpflegebedürftigen und Sterbenden fordert deshalb die Sicherstellung einer zukunftsfähigen Versorgung der wachsenden Zahl von pflegebedürftigen Menschen. „Der Streit um die Finanzierung wie er jetzt zwischen Jens Spahn (CDU/CSU) und Elke Ferner (SPD) geführt wird, ist für die Betroffenen unerträglich. Entscheidend ist zunächst die Frage, was mit der Pflegereform erreicht werden soll, nicht wie die Finanzierung aussieht. Wir brauchen nicht mehr Geld im System, sondern wir müssen verhindern, dass mit schlechter Pflege gutes Geld verdient wird“, sagt Brysch.

Notwendig ist ein neuer Pflegebegriff, der den Bedürfnissen von dementiell erkrankten Menschen gerecht wird. Ebenso müssen kostspielige Drehtüreffekte zwischen der Kranken- und Pflegeversicherung vermieden werden. Ein leistungsgerechtes System muss sich an der Ergebnisqualität orientieren. Schlechte Pflege muss Abzüge nach sich ziehen, gute Pflege muss sich auszahlen. Die Patientenschutzorganisation fordert deshalb einen Demenzplan 2020, der von allen Parteien getragen wird. „In allen Krisen greift die Politik parteiübergreifend ein und rettet: die Banken, Griechenland oder den Euro. Bei der Krise der Pflege gibt es statt Konsens nur Streit ohne ein gemeinsames Ergebnis. Raus aus den Schlagzeilen, rein in die inhaltliche Debatte“, fordert Brysch.

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