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Gebrauch von Schmerzmitteln steigt weiter

Es ist eine Studie, die selbst bei Medizinern für Sorgenfalten auf der Stirn sorgt: Der Schmerzmittelmissbrauch ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Rund 25 Prozent der Erwachsenen sehen sich regelmäßig mit schmerzenden Hüften, Knien oder anderen Körperteilen konfrontiert. Die Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Tabletten aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika ist dann an der Tagesordnung, doch so wirksam diese Medikamente sind, so sehr muss jeder Patient wissen: Ungefährlich sind sie nicht.

Gebrauch von Schmerzmitteln steigt weiter

Gebrauch von Schmerzmitteln steigt weiter

Ein Bericht im British Medical Journal brachte nun ans Licht, wie es um die Nebenwirkungen bestellt ist. Er beweist, dass sieben der enthaltenen Wirkstoffe das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder für andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen gravierend in die Höhe treiben. Mehr als 160.000 Patienten wurden untersucht, analysiert wurden die Wirkstoffe Naproxen, Ibuprofen, Diclofenac und einige andere Inhalte, die in Deutschland nicht mehr auf dem Markt sind. Im Ergebnis zeigte sich, dass Ibuprofen das Risiko eines Herzinfarkts um den Faktor 1,3 erhöht, Diclofenac vervierfacht dieses Risiko sogar. Naproxen erwies sich in der Studie als besonders schädlich, doch hier sind Nebenwirkungen für den Magen-Darm-Trakt bereits seit langem bekannt. Im Ergebnis zeigt die Studie, dass kaum ein Arzneimittel arm an Nebenwirkungen ist.

Bestätigt wird die Studie durch den aktuellen Bericht einer großen Krankenkasse, der den Konsum von Schmerzmitteln in den letzten Jahren genauer analysiert. Er ist in den Jahren zwischen 2000 und 2010 um 37 Prozent gestiegen und macht damit eine erhebliche Größenordnung aus. So werden auch mehr Opiode verordnet, wie die Studie belegt. Es bleibt das aus medizinischer Sicht bedenkliche Ergebnis, dass der Konsum an Schmerzmitteln in Deutschland in der Vergangenheit drastisch gestiegen ist. Offenbar hat sich die Erkenntnis, dass vorbeugende Maßnahmen oder die Einnahme von sanfteren Alternativen zu weitaus weniger Spätschäden führen, bisher weder in der Schulmedizin noch bei den Patienten durchgesetzt.

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