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Gentechnik in importierten Honig nachgewiesen

Während eines Sonderuntersuchungsprogramms zu gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Honig hat die baden-württembergische Lebensmittelüberwachung in drei von 39 importierten Honigen Pollen aus gentechnisch veränderten Rapssorten nachgewiesen.

Gentechnik in importierten Honig nachgewiesen
Kanadischer Honig enthält gentechnisch veränderte Pollen.

In zwei Fällen handelte es sich um kanadischen Rapshonig, ein Importhonig stammt aus einem Nicht-EU-Staat ohne nähere Herkunftsangabe. „Dass die Lebensmittelkontrolleure bei ihren Stichproben im Handel auch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 6. September noch Honig vorgefunden haben, der mit gentechnisch veränderten Pollen belastet ist, ist inakzeptabel. Ich fordere alle Lebensmittelunternehmer auf, ihrer gesetzlichen Prüfpflicht unverzüglich nachzukommen und nur noch einwandfreien Honig in den Handel zu bringen, auch wenn es sich bei der vorgefundenen Ware um Ausreißer und Restbestände handelt“, sagte der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, am Mittwoch in Stuttgart.

Nach Recherchen der Lebensmittelüberwachung handelte es sich bei den beanstandeten Produkten um vereinzelte Restbestände. Die betroffenen Firmen hatten bereits im Vorfeld des Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) den Verkauf eingestellt und möglicherweise den betroffenen Honig zurückgerufen. Nach Ansicht von Verbraucherschutzminister Bonde wirft ein solcher Befund kein gutes Licht auf das Kontroll- und Rücknahmekonzept im Rahmen der unternehmerischen Eigenverantwortung von Handel und Hersteller.

Der Minister kündigte an, dass die baden-württembergischen Lebensmittelüberwachungsbehörden die Sonderkontrollaktion von Honig fortsetzen würden, um die Wirksamkeit der Eigenkontrollen der Wirtschaft zu überprüfen. Die Behörden hätten die erforderlichen Schritte eingeleitet, um den nicht verkehrsfähigen Honig vom Markt zu nehmen. Außerdem habe das Ministerium umgehend alle Länder, den Bund sowie die Europäische Union über die Ergebnisse des Untersuchungsprogramms informiert und sei an die beiden in anderen Bundesländern ansässigen Firmen herangetreten, die den Honig für den deutschen Markt abgefüllt haben.

Bereits vor dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes hatte die baden-württembergische Lebensmittelüberwachung in amtlichen Proben von Anfang 2010 bis September 2011 in 9 von 10 Rapshonigen aus Kanada Pollen aus GVO-Raps nachgewiesen. Erst mit dem EuGH-Urteil ist es für die Behörden möglich geworden, Honig, der Pollen aus nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen enthält, zu beanstanden und aus dem Verkehr zu nehmen. „Angesichts des verbreiteten Anbaus von GVO-Raps in Kanada ist es nicht verwunderlich, dass die Wissenschaft das Bauchgefühl der Menschen bestätigt und sich GVO in der Nahrungsmittelkette wiederfindet“, sagte Bonde.

Der Honig-Verband weist aber darauf hin, dass nach einhelliger Auffassung keine Gesundheitsgefahren mit dem Verzehr von kanadischem Rapshonig verbunden seien, auch wenn er im Einzelfall GVO-Pollen aufweist. Diese Einschätzung werde laut Verband auch vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) geteilt. „Honig enthält maximal 0,1 Prozent Pollen. Es werden also beim Verzehr von Honig nur sehr geringe Mengen an Pollen aufgenommen, von denen wiederum lediglich ein Teil aus Pollen von GV-Raps bestehen kann“, heißt es in einer Presseerklärung.

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