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Impfstoff bietet Kindern Schutz vor Malaria

Der Impfstoff RTS,S hat laut der aktuell im Fachjournal „New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Studienergebnisse seine Bewährungsprobe bestanden. Bereits seit rund 25 Jahren wird der Impfstoff erforscht, aber erst jetzt erfolgte die vor einer möglichen Zulassung als Arzneimittel notwendige letzte Versuchsreihe.

Impfstoff bietet Kindern Schutz vor Malaria

Impfstoff bietet Kindern Schutz vor Malaria

15.000 Kinder aus sieben afrikanischen Ländern der Sub-Sahara-Region sind seit 2008 in die Phase-III-Studie einbezogen worden. Wie Andrew Witty, der Chef des an der Erforschung des Impfstoff beteiligten Pharmaunternehmens GlaxoSmithKline (GKS) mitteilte, liegen die ersten Ergebnisse der Versuchsreihen nun vor. Diese betreffen die Altersgruppe der Kinder zwischen 7 und 5 Monaten. Die Daten für die Altersgruppe der noch jüngeren Babys werden erst Ende 2012 ausgewertet sein.

Der Impfstoff, der ein Protein des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum enthält, hat bei kleinen Kindern das Risiko an Malaria zu erkranken deutlich gesenkt. So hat sich das Risiko für eine leichte Malariaerkrankung um 56 Prozent, für schwere Erkrankungen um 47 Prozent verringert.  Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Berlin hofft, dass sich die Ergebnisse bestätigen, auch wenn RTS,S weniger effizient ist als andere Impfstoffe. Die Schutzimpfung gegen Masern ist beispielsweise wesentlich zuverlässiger. Oliver Moldenhauer, Leiter der deutschen Kampagne für den Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten von Ärzte ohne Grenzen Deutschland
seiht weiterhin den Bedarf von Prävention und Behandlung.

Noch ist der neue Impfstoff nicht marktreif, der die Zukunftsaussichten für Kinder in Malaria-Gebieten Afrikas verbessern könnte. Mit den nötigen Zulassungen kann er laut Witty jedoch in großem Umfang anwendbar. Da trotz eines Rückgangs von 20 Prozent immer noch rund eine Million Menschen jährlich an Malaria sterben, insbesondere Babys und Kleinkinder, könnte ein Impfstoff gute Dienste bei der Ausmerzung dieser tödlichen Krankheit leisten.
(ms)

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