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Studie: Mit Ernährungsumstellung Diabetes Typ 2 behandeln

Bisher verordneten Ärzte hauptsächlich eine dauerhafte medikamentöse Therapie, um den vorwiegend bei älteren Patienten häufig auftretenden Diabetes Typ 2 zu behandeln. Eine neue wissenschaftliche Studie macht Hoffnung, diese Zivilisationskrankheit in Zukunft ausschließlich mit einer Ernährungsumstellung heilen zu können.

Im Gegensatz zur in den meisten Fällen angeborenen Stoffwechselkrankheit Diabetes Typ 1 wird der Diabetes Typ 2 im Laufe des Lebens erworben. Diabetes Typ 2 ist mit 90 % aller Diabetes-Erkrankungen die weitaus häufigere Variante. Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, Bewegungsmangel und eine falsche, meist fettreiche Ernährung. Um den erhöhten Blutzuckerspiegel in den Griff zu bekommen, empfehlen Mediziner neben der medikamentösen Therapie bereits seit Längerem eine Reduzierung des Übergewichts durch regelmäßige Bewegung sowie eine langfristige Ernährungsumstellung.

Britische Forscher führten an der Universität in Newcastle nun eine auf acht Wochen angelegte Studie durch. Dabei gingen sie von der Annahme aus, dass die Stoffwechselstörung nur mit einer radikal verringerten Energiezufuhr zu heilen sei.

Das Team um den wissenschaftlichen Leiter Roy Taylor verordnete in der Ministudie einer Gruppe von 14 deutlich übergewichtigen, an Diabetes Typ 2 erkrankten Patienten eine strenge, auf 600 Kalorien limitierte Diät. Dabei nahmen die Patienten etwa 500 Kalorien als Nährstofflösung in flüssiger Form zu sich. Die verbleibenden rund 100 Kalorien wurden in Form von rohem Gemüse verabreicht. Drei der Probanden sahen sich bereits nach wenigen Tagen nicht mehr in der Lage, die strikten Diätvorgaben einzuhalten und brachen die Studie vorzeitig ab. Bei den restlichen Teilnehmern brachte die Radikalkur teilweise überwältigende Behandlungserfolge. Neben einem klar verbesserten Allgemeinzustand bei allen Teilnehmern ließen sich bei sieben Probanden nach dem Ende der Diät keinerlei Anzeichen der Stoffwechselkrankheit erkennen. Die zuvor vorhandene Fettleber hatte sich durch die Diät bei allen Teilnehmern zurückgebildet, wie ein abschließendes MRT (Magnetresonanztomografie) nachwies.

Ob die positive gesundheitliche Wirkung der Reduktionsdiät anhält, hängt laut Roy Taylor maßgeblich vom weiteren Lebensstil des Patienten ab.

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