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Antikörper schützen Allergiker vor Hirntumor

Wer unter Allergien leidet, muss viele Nachteile in Kauf nehmen – von eher leichten Symptomen wie etwa dem weitverbreiteten Heuschnupfen bis hin zu schweren Beeinträchtigungen bei Hausstaub- und Tierhaarallergien. Das Risiko an einem Hirntumor zu erkranken ist hingegen bei Allergikern geringer.

Antikörper schützen Allergiker vor Hirntumor

Antikörper schützen Allergiker vor Hirntumor

Eine Studie wies nun die Schutzfunktion des bei Allergikern leicht erhöhten Spiegels des Antikörpers IgE nach. Wissenschaftler der Harvard-Universität, des Imperial College in London und der Brown-Universität im US-Staat Rhode Island veröffentlichten die Resultate ihrer gemeinsamen Studie nun im „Journal of the National Cancer Institute“. Die Epidemiologin und Co-Autorin Dominique Michaud von der Brown University erläutert die Erkenntnisse folgendermaßen: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Immunantwort von Menschen mit Allergien auf Tumore eine andere ist, als bei Menschen ohne Allergien.“

Im Rahmen der Untersuchung werteten die Forscher Daten von mehreren zehntausend Menschen aus. Sie alle hatten an vier großen Gesundheitsstudien in den USA teilgenommen, weswegen die Wissenschaftler über umfassende Informationen vom Zeitpunkt vor, während und nach der Krebserkrankung verfügten. Dabei kristallisierte sich der Einfluss des Immunglobulins E (IgE) heraus, ein Antikörper, der bei Allergikern an etlichen Allergien beteiligt ist. Ließ sich im Blut ein leicht erhöhter Wert nachweisen, bedeutete das ein deutlich geringeres Hirntumor-Risiko. Für stark erhöhte IgE-Werte bestätigte sich dieser Effekt jedoch nicht.

Ausgeschlossen wurde eine Beeinflussung des IgE-Spiegels durch den Krebs oder die damit verbundenen Therapien, wodurch die Aussagekraft des Effekts gestärkt wurde. Den genauen Zusammenhang zwischen Allergie und Hirntumor-Risiko und der Rolle des IgE sollen nun weitere Studien untersuchen.
(ms)

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