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Östrogen hemmt den Appetit

Nicht ohne Grund kommt es bei vielen Frauen zu einer Gewichtszunahme nach den Wechseljahren. Eine neue US-Studie belegt den Einfluss des Geschlechtshormons Östrogen auf den Energiehaushalt, das Körpergewicht und den Appetit.

Östrogen hemmt den Appetit

Östrogen hemmt den Appetit

Lässt die Östrogen-Bildung als Folge der Menopause allmählich nach, hat dieser Mangel des weiblichen Hormons weitreichende Auswirkungen. Forscher des texanischen UT Southwestern Medical Centers konnten in einer Mäusestudie zeigen, dass Sexualhormone eine gravierende Rolle in der Gewichtskontrolle spielen. Die Hauptautorin der Studie, Deborah Clegg, äußerte sich im Fachjournal “Cell Metabolism” erstaunt über das Ausmaß der Effekte auf den Stoffwechsel. Im Laufe der zweiten Lebenshälfte erfolgt eine Angleichung der weiblichen und männlichen Hormonhaushalte. Bei Männern lässt die Produktion des Sexualhormons Testosteron nach, bei Frauen geht die Östrogen-Bildung zurück.

Während die Hormonumstellung bei Männern keine dramatischen Auswirkungen auf das Körpergewicht hat, kennen die meisten Frauen das Problem der sich einschleichenden zusätzlichen Kilos auf den Hüften.  Im Mäuseexperiment war es nicht anders: Mäuseweibchen wurden durch den Mangel am weiblichen Geschlechtshormon eher dick und entwickelten häufiger Diabetes und Herzleiden – Erkrankungen, die mit dem Übergewicht zusammenhängen. Bei Mäusemännchen wurde dieser Effekt bei einem Mangel an männlichen Geschlechtshormonen nicht beobachtet. Das weibliche Hormon entfaltet seine Wirkung auf das Gewicht insbesondere über zwei Stellen im Gehirn – genau über die Regionen im Hypothalamus, die den Energiehaushalt steuern und den Hunger regulieren.

Seit 2002 werden orale Hormonersatztherapien wegen der erhöhten Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs nicht mehr empfohlen. Künftig könnte sich eine solche Behandlung aber dann als sinnvoll erweisen, wenn es gelänge, das Östrogen direkt an die jeweiligen Gehirnareale zu liefern.
(ms)

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