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Ärzte wollen Impfquote erhöhen

Die Impfbereitschaft der Deutschen lässt nach. „Viele Erwachsene vergessen schlichtweg, dass sie zum Beispiel alle zehn Jahre eine Auffrischimpfung gegen Diphtherie und Tetanus benötigen. Auch Kinder weisen Impflücken auf“, sagte Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der KBV. Die KBV hat deshalb gemeinsam mit den KVen eine bundesweite Informationsoffensive gestartet. Ziel ist es, die Akzeptanz von Schutzimpfungen in der Bevölkerung zu steigern und somit auch die Durchimpfungsraten zu erhöhen.

Ärzte wollen Impfquote erhöhenMit Flyern, Plakaten, Videofilmen und Veranstaltungen wollen KBV und KVen in den nächsten Wochen verstärkt auf die Bedeutung des Impfens hinweisen. Für die Wartezimmer der Arztpraxen hat die KBV diverse Informationsmaterialien erstellt. Dazu gehört ein Flyer, der alle Krankheiten, die durch eine Impfung verhindert werden können, kurz erklärt und einen Impfkalender enthält. Die Angaben gibt es auch als Informationsblatt in mehreren Fremdsprachen. Alle Informationsmaterialien stehen im Internet unter http://www.kbv.de/themen/38906.html bereit. Dort ist auch in einem Videofilm zu sehen, warum eine Masernschutzimpfung so wichtig ist. Einige KVen organisieren zudem Informationstage. Im Saarland bietet die KV beispielsweise eine Beratung zur Tetanus-Impfung an.

KBV-Vorstand Müller appellierte an die Versicherten, die Chance zu nutzen und sich mit einem „Pikser“ vor gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen. „Sprechen Sie Ihren Arzt auf Ihren Impfschutz an und holen Sie unbedingt versäumte Impfungen nach. Infektionskrankheiten wie Masern und Keuchhusten sind keine harmlosen Kinderkrankheiten“, warnte Müller. Impfungen schützten zudem nicht nur den Geimpften. Wenn genügend Menschen immunisiert seien, könnten Krankheitserreger wie das Masernvirus sogar ausgerottet werden. Bei der Information und Motivation kommt nach den Worten Müllers den Ärzten eine wichtige Rolle zu. Sie sollten die Patienten regelmäßig auf ihren Impfschutz ansprechen. Zur ihrer Unterstützung hat die KBV eine Praxisinformation bereitgestellt, die Tipps zum Einbau des Impfens in den Praxisalltag enthält.

Studien des Robert-Koch-Institutes belegen, dass die Durchimpfungsraten in der Bevölkerung oft zu niedrig sind. So bestehen bei Kindern Lücken insbesondere bei Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten und Hepatitis B. Erwachsene weisen vor allem bei den Auffrischimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten Impflücken auf. So liegt zum Beispiel bei der Schutzimpfung gegen Tetanus die Impfquote der 18- bis 19-Jährigen noch bei rund 80 Prozent, bei der Bevölkerung im Alter von 70 bis 79 Jahren nur noch knapp über 40 Prozent. Auch gegen Masern sind viele junge Erwachsene nicht ausreichend geschützt. In die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut wurde daher eine Masernimpfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen aufgenommen, die keinen ausreichenden Impfschutz haben oder deren Impfstatus unbekannt ist.

Die Impf-Aktion ist Teil einer Präventionsinitiative, die KBV und KVen im vergangenen Jahr ins Leben gerufen haben. Die Initiative soll dazu beitragen, die Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen und Impfungen zu erhöhen und ein stärkeres Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise zu schaffen.

3 Kommentare

  1. „Planwirtschaft.
    LG

  2. Es sind keine „ärzte“ sondern pharmalobbyisten. Erhöhen no na! Bei den Rabatten“ (provisionen)
    LG

  3. wenn mal halb so viel enthusiasmuss für gesunde ernährung an den tag gelegt werden würde, hätten wir weniger kranke, aber das ist ja kontraproduktiv für die pharmas. googelt den vortrag von anita peket dimmer azk

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