Home / Gesundheit & Medizin / Herzinfarkt: Schwere Brustschmerzen sind nicht immer Warnzeichen

Herzinfarkt: Schwere Brustschmerzen sind nicht immer Warnzeichen

Die Intensität des Brustschmerzes lässt einer US-Studie zufolge keinen verlässlichen Rückschluss auf einen zugrunde liegenden Herzinfarkt zu. Somit kann auch bei Patienten mit nur leichten bis mittleren Brustschmerzen mit gleicher Wahrscheinlichkeit ein Myokardinfarkt vorliegen.

Eine Forschergruppe der Pennsylvania-Universität in Philadelphia unter der Leitung von Dr. Anna Maria Chang hat in ihrer Studie 3.306 Patienten aufgenommen, die wegen Brustschmerzen die Notaufnahme einer Klinik aufsuchten. Der Schweregrad der Schmerzen sollte in einer 10-Punkte-Skala bestimmt werden, wobei die Angabe von 9 bis 10 Punkten als Indiz für schwere Schmerzen galt. Insgesamt gaben 18 Prozent aller Patienten den Schweregrad ihrer Brustschmerzen als hoch an.

Als sicheres Hinweiszeichen für die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Infarkts als Auslöser erwiesen sich die schweren Schmerzen allerdings nicht. Bei Patienten mit starken Schmerzen wurden nicht öfter Infarkte festgestellt als bei Patienten mit vergleichsweise geringeren Beschwerden. Es konnte darüber hinaus auch kein signifikanter Zusammenhang mit weiteren klinischen Ereignissen sowie der Todesrate festgestellt werden.

Bei 111 der 3.306 aufgenommenen Patienten wurde unabhängig vom Ausmaß der Brustschmerzen ein Myokardinfarkt festgestellt, bei 105 wurde eine koronare Revaskularisation oder Bypass-Operation durchgeführt, 34 Patienten verstarben im Laufe der Studie.

Ein Myokardinfarkt ist ein lebensbedrohliches Geschehnis infolge einer Herzerkrankung. Grundsätzlich sollte bei anhaltenden Schmerzen in der Brust und im Brustbereich immer ein Infarkt ausgeschlossen werden. Häufig sind Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbrüche weitere Anzeichen, die auf einen Infarkt hinweisen. Bei einem Viertel aller Herzinfarkte treten zuvor allerdings nur kaum wahrnehmbare Beschwerden auf.

Scroll To Top