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Frauen sind von Autoimmunerkrankungen häufiger betroffen

Autoimmunerkrankungen werden in der Regel aufgrund uneinheitlicher Symptome erst spät erkannt und sind schwer zu therapieren. Überdurchschnittlich häufig sind Frauen von dieser schweren Krankheit betroffen, die oft schleichend beginnt und bei der sich der Körper selbst angreift. Rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte, chronische Darmentzündungen und gewisse Schilddrüsenerkrankungen zählen zu den rund 60 bekannten Autoimmunerkrankungen.

Bislang galten standen vor allem weibliche Geschlechtshormone im Verdacht, eine maßgebliche Rolle beim Ausbruch von Autoimmunkrankheiten zu spielen. US-Forscher haben in Denver nun eine Sonderform von altersassoziierten B-Zellen gefunden, sogenannte ABCs (age-associated B cells), die einen weiteren völlig neuen Erklärungsansatz bieten.

Diese Zellen, die auf ihrer Oberfläche ein spezielles Eiweißmolekül (CD11c) exprimieren, nahmen in Versuchen mit Mäusen nur bei weiblichen Tieren mit steigendem Alter zu. Bei Frauen mit Rheumatoider Arthritis nimmt die Zahl dieser B-Zellen im Alter ebenfalls zu. Darüber hinaus werden die B-Zellen über ein Gen (TLR7) aktiviert, das auf dem X-Chromosom liegt. Somit haben Frauen in ihrem Genom zwei TLR-7-Genkopien.

In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an einer Autoimmunerkrankung. Die Zahl der Betroffenen steigt in den Industrieländern dramatisch an. In der Mehrheit erkranken Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Neben genetischen Faktoren stehen auch Umweltfaktoren im Verdacht, Krankheitsschübe auszulösen.

Bei Autoimmunerkrankungen greifen die körpereigenen Abwehrzellen nicht nur fremde Zellen an, indem sie Antikörper bilden, sondern reagieren auch auf eigenes Gewebe wie auf einen Fremdkörper. Das führt anfangs zu chronischen, nicht abklingenden Entzündungen und kann sich in der Folge zu verschiedensten gravierenden Symptomen steigern.

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