Home / Gesundheit & Medizin / Cholera-Epidemie sucht West-und Zentralafrika heim

Cholera-Epidemie sucht West-und Zentralafrika heim

Die Cholera breitet sich in West- und Zentralafrika aus. Nach Auskunft der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in Genf sind im Niger, in Nigeria, in Kamerun und im Tschad schätzungsweise 45.000 Menschen an Cholera erkrankt. Die schwere Durchfallerkrankung hat bereits mehr als 1.250 Todesopfer gefordert. Besonders hart betroffen ist mit 550 Todesfällen Kamerun. Experten rechnen mit einer Ausweitung der Krankheit auf dem afrikanischen Kontinent.

Cholera-Epidemie sucht West-und Zentralafrika heim

Wie das Rote Kreuz mitteilte, liegt der Ursprung der Cholera-Epidemie im zentralafrikanischen Tschad, von wo aus sie sich seit Mai rasant verbreitete. Die Zahl de infizierten Menschen steigt dramatisch – 1.400 neue Fälle wurden allein in der vergangenen Woche aus Zentralafrika gemeldet. Da im September und Oktober mit starken Niederschlägen zu rechnen ist, erwartet das Rote Kreuz durch die mangelhaften hygienischen Verhältnisse eine weiter steigende Zahl der Cholerafälle.

Ausgelöst wird die Cholera durch das Stäbchenbakterium Vibrio cholerae. Die Übertragung erfolgt durch unsaubere Lebensmittel und verunreinigtes Wasser, wobei schlechte hygienische Bedingungen und ein lückenhaftes Gesundheitssystem die Ausbreitung begünstigen. Das Internationale Rote Kreuz ist seit dem 25. August vor Ort und findet in den wenigen Gesundheitszentren schwierige Bedingungen vor. Es fehlt am Notwenigsten – Betten, Ärzte, Medizin.

Fatal ist: Eigentlich lässt sich Cholera gut behandeln. Erkrankte leiden zunächst an Erbrechen und Durchfall. Eine rasche Behandlung mit ausreichend Flüssigkeit, Zucker und Salz kann das Fortschreiten wirksam verhindern. Ohne diese Maßnahmen besteht die Gefahr des Austrocknens, wobei innerhalb von Stunden der Tod eintreten kann. Viele Kranke schaffen es aber nicht, rechtzeitig eines der wenigen Behandlungszentren zu erreichen.
(ms)

Scroll To Top