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Neues Antibiotikum in Gelform gegen Borreliose

Zecken können neben anderen Krankheiten auch die gefährliche Lyme-Borreliose übertragen. Der Erreger der Lyme-Borreliose – das Bakterium Borrelia burgdorferi und nah verwandte Arten – ist weltweit verbreitet. Bisher wurde die Infektionskrankheit mit einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie behandelt. Münchener Wissenschaftlern gelang nun die Entwicklung eines flüssigen Antibiotikum-Gels, das den Körper deutlich weniger belastet.

Neues Antibiotikum in Gelform gegen Borreliose

Neueren Schätzungen zufolge sind im westlichen Europa 30 bis 50 Prozent aller Zecken Träger von Borrelien. Breitet sich um einen Zeckenstich herum eine ringförmige Hautrötung aus, ist dies ein Hinweis auf eine mögliche Borreliose-Erkrankung. Unbehandelt kann sie zu gravierenden Schäden in der Haut, den Gelenken, dem Nervensystem und im Herzen führen.

Die bisher angewandte Langzeit-Therapie mit Antibiotika stellt für Erkrankte, vor allem für Kinder, eine hohe Belastung dar, die zudem oft auf Verdacht eingeleitet wird. Im Organismus sind die Erreger nämlich unmittelbar nach dem Zeckenstich noch nicht nachweisbar. Setzt die Behandlung aber zu spät an, ist die Borreliose nur schwer zu therapieren.

Dem Veterinär-Bakteriologen Professor Reinhard Straubinger und seinem Team von der Ludwig-Maximilians-Universität München gelang es nun, die Wirksamkeit eines lokalen Antibiotikums nachzuweisen. Im Tierversuch wurde an der Einstichstelle der Zecke ein flüssiges Gel mit dem Antibiotikum Azithromycin angebracht, das die Infektion bereits im Keim ersticken kann. Im Rahmen einer Phase-III-Studie wird diese lokale Gel-Therapie gegen Borrelien auch an infizierten Menschen getestet. Dazu wird ein transparentes, selbst klebendes Pflaster direkt auf die Stichstelle aufgebracht, das nur geringe Mengen Antibiotikum enthält. Nebenwirkungen werden deutlich reduziert. In Zukunft lassen sich so möglicherweise weitaus belastendere Therapien vermeiden.

In Deutschland lauern Zecken, vor allem der sogenannte Gemeine Holzbock, von März bis Oktober in hohen Gräsern, Sträuchern oder im Unterholz auf geeignete Wirte.

(ms)

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