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Lässt sich eine Depression behandeln?

Immer mehr Menschen erkranken weltweit an Depressessionen. So leiden hierzulande rund vier Millionen Menschen daran. Das statistische Bundesamt gab alleine die direkten Kosten für Depressionen im Jahr 2008 mit 5,2 Milliarden Euro an. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken liegt zwischen 16 und 20 Prozent.Doch ist eine Depression behandelbar?

Depression, eine behandelbare Erkrankung.

Immer mehr Menschen erkranken an Depressionen. Wie Projektionen der WHO zeigen, wird dieser Trend weiter zunehmen. „Hieraus ergeben sich erhebliche sozioökonomische Konsequenzen. Die Vielzahl der Erkrankungen verursacht direkte und indirekte Kosten, noch viel wichtiger aber ein erhebliches persönliches Leiden der Betroffenen und ihres Umfeldes“, erklärt Frank Schneider, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Aachen anlässlich des 8. Europäischen Depressionstages. Demnach sind Männer und Frauen von Depressionen betroffen. Am ehesten werde diese dorch einen Kombination aus biologischen und psychosozialen Umständen sowie Einflussen verursacht.

Psychologen gehen dabei von einem sogenannten Vulnerabilitäts-Stress-Modell aus. Demnach ist jeder Mensch unterschiedlich verletzlich bzw. verwundbar. Das Entstehen psychischer Erkrankungen beruht auf einer Kombination biologischer, zum Beispiel genetischer, Verwundbarkeit und dem Eintreten von psychosozialem Stress. So lassen sich zum Beispiel genetische Einflüsse aus den unterschiedlichen Auftretenswahrscheinlichkeiten abhängig von einer Verwandtschaft zu einem depressiven Patienten (ca. 40 % Erkrankungsrisiko für einen eineiigen Zwilling gegenüber 5 bis 8 % in der Allgemeinbevölkerung) belegen.

Verschiedene körperliche Grunderkrankungen erhöhen dabei die Wahrscheinlichkeit für eine Depression erheblich. Die gilt beispielsweise für Infektions- oder Schilddrüsenerkrankungen sowie andere Hirnerkrankungen wie Alzheimer oder die Parkinson-Erkrankung. Diese Erkenntnisse stellen aber nicht die Relevanz sozialer Auslöser, zum Beispiel beruflicher oder privater Stress, in Frage, sondern betonen das Modell eines multifaktoriellen Geschehens.

Die Behandlung der Depression stützt sich heute im Wesentlichen auf zwei Säulen. Es gibt gut etablierte und wirkungsvolle psychotherapeutische Verfahren, die vielen Patientinnen und Patienten sehr gut helfen. Der größte Teil der Erkrankten benötigt aber – in der Regel ergänzend – eine medikamentöse Behandlung. Auch hier gibt es gute und wirksame Medikamente. In der Regel ist deren Einsatz bei mittelschweren und insbesondere bei akuten sehr schweren Depressionen indiziert. Die medikamentöse Therapie umfasst neben einer Akutbehandlung und einer Erhaltungstherapie über die ersten Monate oft noch eine zum Teil jahrelange Rückfallprophylaxe. Neue therapeutische Ansätze versprechen die aktuellen Weiterentwicklungen in der neuropsychiatrischen Forschung, zum Beispiel die Echtzeitbildgebung und therapeutisch angewendet, das Neurofeedback.

Kommentare

  1. Depressionen sind eine ernst zu nehmende Erkrankung. Und dank immer besserer Therapien kann zum Glück auch immer mehr Menschen helfen und ihnen wieder ein angenehmes Leben ermöglichen.

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