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Veränderungen durch ein Protein führen zu Krampfadern

Varizen – besser bekannt unter der Bezeichnung Krampfadern – sind im fortgeschrittenen Stadium kein rein kosmetisches Problem mehr. Im Gegensatz zu den schwächeren Formen, zu denen auch Besenreiser zählen, stellen Varizen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar. Eine Heidelberger Forschergruppe um Professor Dr. Markus Hecker wies nun nach, dass die krankhaften Umbauprozesse die zu Varizen, führen, durch ein spezielles Protein in Gang gebracht werden.

Veränderungen durch ein Protein führen zu Krampfadern

Veränderungen durch ein Protein führen zu Krampfadern

Bei Varizen (Krampfadern) handelt es sich um weine weitverbreitete Erkrankung, bei der das Blut nicht mehr ungehindert zum Herzen zurückfließt. Es staut sich aufgrund mangelnder elastischer Festigkeit von Venenklappen und Gefäßwänden in den Beinvenen.  Wissenschaftler des Instituts für Physiologie und Pathophysiologie der Universität Heidelberg entdeckten ein Protein, das als Reaktion auf die Dehnung der Gefäßwände die Produktion einiger an den Veränderungen beteiligter Moleküle anregt.

Dr. Thomas Korff und seine Arbeitsgruppe in der Abteilung Herz- und Kreislaufphysiologie entwickelten ein darauf basierendes Modell zur Erforschung von Varizen, das auch Tests von Wirkstoffen ermöglichen soll.  Korff und seine Mitarbeiter nutzten in Experimenten an Mäusen die deutlich sichtbaren und leicht zugänglichen Blutgefäße im Ohr der Tiere. Der Bildung von Krampfadern ähnelnde Prozesse wurden durch das Abbinden einer Vene hervorgerufen. Dadurch kam es bei den Venen der Mäuse zu einem erhöhten Druck in den Gefäßen sowie krampfaderähnlichen Umbildungen. Außerdem stieg die Zellteilungsrate ebenso wie die die Produktion eines Enzyms, das nicht-zelluläre Bestandteile des Bindegewebes der Blutgefäße abbaut. Die Entstehung von Krampfadern hängt mit dem Transkriptionsfaktor AP-1 zusammen, der über die Ablesung bestimmter Gene die Proteinproduktion reguliert. Hemmt man AP-1, bilden sich keine typischen korkenzieherartigen Venen aus. Auch die Produktion von Enzymen, die das Bindegewebe abbauen, bleibt auf Normalniveau.

Die im Tierversuch gewonnen Erkenntnisse lassen sich auch auf Menschen übertragen. Dies konnten die Forscher bereits nachweisen, da operativ entfernte menschliche Krampfadern die gleichen zellulären und molekularen Veränderungen zeigen wie die künstlich erzeugten Krampfadern in den Ohren der Mäuse. Die Wissenschaftler bewerten ihr Modell als eine Möglichkeit, künftig die Entstehung neuer Krampfadern medikamentös hinauszuzögern oder zu verhindern.
(ms)

Kommentare

  1. Wird das wieder, wie bei den vielen überflüssigen Bandscheibenoperationen, ein Gebiet der Medikation (mit Neben- und Wechselwirkungen), statt dass man den Leuten nahelegt, ab und zu das Auto stehenzulassen bzw. Fernsehberieselung gegen Spaziergänge einzutauschen?

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