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Flächendeckendes Verbot der E-Zigarette?

Die heftig beworbene E-Zigarette, von Befürwortern als „gesunde“ Alternative zu herkömmlicher Zigaretten angepriesen, ist schon in einigen Bundesländern verboten, weitere könnten folgen. So paradox es klingt, da ja konventionelle Zigaretten keineswegs unschädlicher sind: Die E-Zigarette könnte ihr relativ junges Leben bald aushauchen.Boom dank Rauchverbot

Flächendeckendes Verbot der E-Zigarette?

Seit dem Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen, das verschiedene Bundesländer seit Beginn der 2000er Jahre durchsetzten, boomte die ezigarette, die nicht unter die üblichen Definitionen und Vorschriften des Tabakkonsums fällt. Es wird schließlich kein Tabak verbrannt, sondern eine Flüssigkeit verdampft, Teer wird beispielsweise gar nicht aufgenommen. Die Vorteile erscheinen auf den ersten Blick bestechend, denn von den rund 4.000 Inhaltsstoffen herkömmlichen Zigarettenrauches sind es gerade diejenigen, die durch die Verbrennung von Tabak und vor allem des Zigarettenpapiers entstehen, die als besonders gefährlich gelten. Mit der E-Zigarette scheint also sowohl Nikotinkonsum als auch die Bindung an das zigarettentypische Ritual möglich, gleichzeitig der Ausschluss bestimmter Gesundheitsgefahren, die nach dem Stand der medizinischen Forschung zu bisweilen tödlich verlaufenden Krankheiten führen. Diese Harmlosigkeit wurde jedoch in jüngster Zeit bezweifelt. Die verdampften Liquids sind in ihrem Wirken weitgehend unerforscht, und sie fallen eigentlich unter das Arzneimittelgesetz – damit kann man den freien Verkauf verbieten.

Vorbeugendes Verbot?

Gesundheitsexperten weisen auf die Gefahren durch die e-Zigarette hin und führen ein gewichtiges Argument ins Feld: Auch die normale Zigarette hätte sich nie durchgesetzt, wenn ihre Gefahren sofort erkannt worden wären. Sie nachträglich zu verbieten ist gegenwärtig nicht durchsetzbar, zu viele Konsumenten ernähren damit eine zu große Industrie und nicht zuletzt den Staat mit den erhobenen Steuern (rund 75 Prozent auf den Zigarettenpreis). Damit so eine Entwicklung bei E-Zigaretten gar nicht erst eintritt, könnte man sie gleich verbieten, und einige Bundesländer sind hier vorgeprescht. In Bayern ist der Handel seit Jahren verboten, in NRW seit Dezember 2011, in Bremen seit Januar 2012. Verbraucherschützern genügt das nicht, sie wünschen ein flächendeckendes Verbot. So weit ist es noch nicht, das Bundesgesundheitsministerium rät lediglich vom Konsum der E-Zigaretten ab. Dieser ist übrigens auch in Bayern, NRW und Bremen nicht verboten, nicht einmal in öffentlichen Einrichtungen. Und für den Handel wird schlicht auf das Internet ausgewichen. Damit sind die Verbote in den drei Bundesländern nicht mehr als ein Signal. Sie stützen sich auf das Arzneimittelrecht, auf dieser Grundlage wäre ein flächendeckendes Verbot möglich, das übrigens in anderen Ländern der Welt gilt.

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