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Wie Alkohol im Gehirn wirkt

Wissenschaftler haben in einer Untersuchung das Thema Alkohol unter die Lupe genommen und wollten klären, warum manche Menschen häufiger zur Flasche greifen als andere. Veränderungen im Gehirn sind der Grund.

Wie Alkohol im Gehirn wirkt

Wie Alkohol im Gehirn wirkt. Foto: Flickr

Fast jeder kennt es: Ein Glas Wein am Abend und die Stimmung steigt. Das liegt daran, dass Alkohol im Gehirn körpereigene Glückshormone freisetzt. Diese sogenannten Endorphine sind Botenstoffe und aktivieren Belohnungsareale im Gehirn. Das Ergebnis: Wir fühlen uns entspannt und glücklich. Diesen Mechanismus haben Forscher nun im menschlichen Gehirn nachgewiesen. Ein Team von Forschern rund um Jennifer Mitchell von der Ernest Gallo Clinic in San Francisco hat den genauen Ort im Gehirn gefunden, an dem die Glückshormone ihre Wirkung entfalten.

„Seit 30 Jahren spekulieren wir darüber, was Endorphine in unserem Gehirn bewirken. Jetzt wissen wir es“, jubelt Mitchell. „Das ist der erste direkte Beweis dafür, warum Alkohol uns glücklich macht.“Die Wissenschaftler haben durch bildgebende Verfahren die Gehirne von 13 Alkoholikern mit den Gehirnen von Normaltrinkern verglichen. Sowohl bei den Alkoholikern als auch bei den Normaltrinkern führte der Alkohol dazu, dass Endorphine ausgeschüttet wurden. Alle Probanden – die Alkoholiker und die Normaltrinker – fühlten sich umso zufriedener und glücklicher je mehr Endorphine in einem bestimmten Hirnareal produziert werden. Das Ergebnis ihrer Untersuchung haben die Forscher jetzt in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.

In den Gehirnen der Alkoholiker haben die Forscher zusätzlich noch etwas festgestellt: Je mehr Endorphine sich im Gehirn befanden, desto stärker wirkte das Belohnungssystem. In der Kontrollgruppe habe es diesen Effekt laut Forschern nicht gegeben. „Das zeigt, dass das Gehirn eines Süchtigen anders ist“, sagt Mitchell.

Kommentare

  1. Tanja (keine Alkoholikerin!)

    so ganz habe ich es nicht verstanden. spielt denn nun die absolute häufigkeit, mit denen alkohol getrunken wird eine rolle? oder aber ist tatsächlich genetisch gesehen eine art höheres grundrisiko bei manchen menschen gegeben? in jedem fall lohnt es sich sicherlich, sein eigenes konsumverhalten diesbezüglich gut zu beobachten :o) danke für den artikel!

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