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ADHS-Medikament Ritalin erhöht den Blutdruck

Etwa eine halbe Million Kinder in Deutschland leidet unter der Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS), das mit dem Medikament Ritalin behandelt wird. Allerdings ist bei der Medikamentierung nach neuesten Untersuchungen Vorsicht geboten, da sie im Einzelfall eine signifikante Steigerung des Blutdrucks zur Folge haben, wie der Kinderkardiologe Martin Hulpke-Wette von der Deutschen Gesellschaft für Kinderkardiologie erklärte.

ADHS-Medikament Ritalin wirkt massiv Blutdruck steigernd

Ritalin bei ADHS

Zu den Symptomen von ADHS gehören Ruhelosigkeit und Impulsivität. Auffällig ist die stark unterschiedliche Betroffenheit der Geschlechter: Während insgesamt jedes zwanzigste Kind unter ADHS leidet, sind Jungen dreimal so häufig betroffen wie ihre weiblichen Altersgenossinnen. Betroffene Kinder sind allgemein konzentrationsschwach und neigen zu Hyperaktivität. Vor allem im Schulalltag kommt es deshalb zu Schwierigkeiten. Eine Behandlung umfasst immer auch die Verabreichung von Medikamenten.

Laut Wette gibt es Hinweise darauf, dass Methylphenidat, ein Ritalin-Wirkstoff, den Blutdruck bei vier von fünf Patienten erhöht, wobei der Blutdruck in den meisten Fällen zwar nur geringfügig ansteigt, in Einzelfällen „aber auch stark und dauerhaft“. Nach Angaben des Fachmanns werden diese jüngsten Erkenntnisse noch nicht ausreichend bei der Behandlung berücksichtigt. Erst Ende vergangenen Jahres war bereits bei einem anderen ADHS-Medikaments, Strattera, ein noch stärkerer Blutdruckanstieg bei einem Teil der untersuchten Patienten festgestellt worden. Strattera enthält den Wirkstoff Atomexetin. Schon damals hatten der Hersteller und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, die die Untersuchung gemeinsam durchgeführt hatten, dazu geraten, das Medikament Menschen mit gravierenden Herzproblemen nicht oder nur eingeschränkt zu verschreiben.

Regelmäßige Folgeuntersuchungen

Im Falle von Ritalin wird zwar nicht von einer Medikation abgeraten. Allerdings sollten Eltern nach Ansicht von Hulpke-Wette darauf zu achten, dass der behandelnde Arzt vor der Entscheidung über die Verschreibung des Medikaments eine gründliche Anamnese durchführt. Außerdem sei eine regelmäßige Folgeuntersuchung bei der Behandlung mit Ritalin oder einem anderen ADHS-Mittel unerlässlich – und zwar alle drei Monate. Generell sei aber gegen die Verabreichung an Bluthochdruck gefährdete Kinder nichts zu sagen, so der Experte. Allerdings müsse die Dosierung gegebenenfalls nach unten angepasst werden, um Nebenwirkungen auf den Herz-Kreislauf-Apparat unter Kontrolle zu behalten.

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