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Mediziner filtern schädliche Stammzellen aus

Die menschliche Stammzellenforschung wird als einer der wichtigsten Forschungszweige der Medizin seit 1998 stetig vorangetrieben. Stammzellen gelten als möglicher Lieferant für Ersatzgewebe oder sogar komplette Organe. Durch Versuche mit Stammzellen erhoffen sich Mediziner in absehbarer Zukunft zudem neue Möglichkeiten zur Behandlung von Krankheiten wie Parkinson und Diabetes.

Mediziner filtern schädliche Stammzellen aus

Mediziner filtern schädliche Stammzellen aus

Jedoch nicht alle Stammzellen eignen sich als potenziell wertvoller Rohstoff zur „Reparatur“ des menschlichen Körpers. Einige bilden sich im Gegenteil zu gefährlichen Geschwulsten aus. Wissenschaftlern der Stanford University School of Medicine ist es unter der Leitung von Micha Drukker erstmals gelungen, Stammzellen zu filtern und schädliche Zellen auszusortieren.

An der Entwicklung des neuen Verfahrens war mit Jens-Peter Volkmer auch ein Spezialist der Uni-Klinik Düsseldorf beteiligt. Gemeinsam mit Deukker und seinem Team fahndete er nach bestimmten Oberflächemolekülen auf speziellen, nicht entwickelten Stammzellen.

Stammzellen befinden sich normalerweise in einem höchst flexiblen Stadium. Im Labor können sie darum durch den Einsatz von Signalmolekülen in verschiedenste Zelltypen umgewandelt werden. Einige Stammzellen sprechen hingegen nicht auf die Signalmoleküle an und verharren in ihrem flexiblen Zustand. Genau diese nicht entwickelten Stammzellen können sich zu einem späteren Zeitpunkt im Körper unkontrolliert entwickeln und zu Teratomen heranwachsen – gefährlichen Geschwulsten.

Das interessanteste Oberflächemmolekül in diesem Zusammenhang benannten die Wissenschaftler mit dem Kürzel SSEA-5. Es fand sich ausschließlich auf nicht entwickelten Stammzellen. Durch einen Antikörper, der sich gezielt an solche Zellen bildet, gelang es, die nicht entwickelten Stammzellen eindeutig zu markieren und Kulturen ohne das Potenzial zur Entwicklung von Teratomen zu kreieren.

Neben dem SSEA-5 beschrieben die Wissenschaftler fünf weitere Oberflächentypen von nicht entwickelten Stammzellen. Diese Liste erhebt noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wie das Forscherteam betont.

(ms)

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