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Tabakpflanze: Mit pflanzlichen Arzneien gegen Diabetes und AIDS

Mithilfe von Pflanzen wollen Forscher neuartige Medikamente gegen schwere Krankheiten wie AIDS (HIV) und Diabetes entwickeln. Zu diesem Zweck sollen die Arzneimittel sozusagen auf dem Acker wachsen.

Tabakpflanze als Wirkstoff für plazliche Arzneien

Tabakpflanze als Wirkstoff für plazliche Arzneien (Bild: wikimedia)

Dass man aus Pflanzen wirkungsvolle Arzneimittel herstellen kann, ist nicht neu. Schon seit jeher benutzen Pharmakologen und Apotheker Arzneipflanzen zur Erzeugung von Medikamenten. Am Aachener Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und angewandte Ökologie (IME) ist man jedoch dabei, Pflanzen von ganz besonderer Art anzubauen. Dabei handelt es sich um Tabak, der gentechnisch verändert wurde. Die breitblättrigen Tabakpflanzen gelten als anspruchslos und dienen den Forschern zu Versuchszwecken.

Für die wissenschaftlichen Versuche wurden die Zellen der Tabakpflanzen umprogrammiert. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass lediglich das hergestellt wird, was man in einem herkömmlichen Laboratorium nur schwer produzieren kann. Mithilfe der grünen Fabriken wollen die Forscher Antikörper erzeugen, die auch gegen das gefährliche AIDS-Virus wirken. Bei Antikörpern handelt es sich um Eiweißstoffe, die überaus komplex aufgebaut sind. Auf chemische Weise konnten diese Stoffe bislang nicht produziert werden. Bei den Tabakpflanzen ist dies jedoch der Fall. Das funktioniert so gut, dass man nun den Wirkstoff, den man aus den Pflanzen gewinnt, auf seine Verwendungsfähigkeit als Medikament testet.

Dieses Vorhaben ist neu, denn noch nie wurden Antikörper, die in Tabakpflanzen entstehen, in Europa klinisch an Patienten getestet. Diese Tests finden in Großbritannien statt, wo die Erlaubnis im Juli von der zuständigen Behörde erteilt wurde. Die Forscher haben die Absicht, aus dem pflanzlichen Wirkstoff ein Vaginalgel zu gewinnen, mit dessen Hilfe sich Frauen besser vor dem tückischen AIDS-Virus schützen können.

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