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Längere Wartezeiten für Kassenpatienten

Wer als Kassenpatient einen Arzttermin vereinbaren möchte, muss sich in Geduld üben. Laut einer nun vorgestellten Studie der Forschungsgruppe Wahlen, die im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) durchgeführt wurde, sind vor allem die Wartezeiten bei Fachärzten im Vergleich zu privat Versicherten erheblich länger.

Kassenpatienten warten länger

Kassenpatienten warten länger

Fünf Mal so viele Kassenpatienten als Mitglieder einer privaten Versicherung müssen mehr als drei Wochen auf einen Termin beim Spezialisten warten. Aber auch beim ganz normalen Arztbesuch gibt es Unterschiede in der Terminvergabe: Elf Prozent der Kassenpatienten müssen sich länger als drei Wochen gedulden, während dies nur auf vier Prozent der Mitglieder einer privaten Krankenversicherung (PKV) zutrifft.

Im Hinblick auf die langen Wartezeiten räumte KBV-Chef Andreas Köhler ein, dass Lösungen gefunden werden müssten, um eine schnellere Terminvergabe zu ermöglichen. Allerdings ergab die Studie auch, dass 32 Prozent der gesetzlich Versicherten keine Wartezeit in Kauf nehmen mussten, sieben Prozent nach einem Tag und zwölf Prozent nach zwei bis drei Tagen Wartezeit einen Termin erhielten. Zehn Prozent warten bis zu einer Woche, weitere elf Prozent geben eine Wartezeit von bis zu drei Wochen an.

Mit der Behandlung selbst sind die Patienten jedoch in der Regel zufrieden. Die Befragung ergab, dass 91 Prozent der Patienten das Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt als „gut“ oder gar „sehr gut“ bezeichnen. Auch die Fachkompetenz wird ähnlich gut beurteilt. Unzufriedenheit mit dem ärztlichen Know-how oder der Arzt-Patient-Beziehung ist die große Ausnahme. Nur einer von hundert Befragten äußerte sich absolut unzufrieden.

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) werden zunehmend empfohlen. Diese Leistungen, die vom Patienten selbst zu zahlen sind, wurden 24 Prozent aller Patienten angeboten. Trotz des Beschlusses, den Patienten bei IGeL-Leistungen mehr Bedenkzeit einzuräumen, beurteilten 19 Prozent der Versicherten die Bedenkzeit als nicht ausreichend.

(ms)

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