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Neuer Wirkstoff bekämpft Malaria zweifach

Die automatisierte Mikroskopie könnte zukünftig neue Maßstäbe in der Malariabekämpfung setzen. Malariamittel wie Artemisinin, Chloroquin und die meisten anderen auf dem Markt befindlichen Mittel wirken erst dann, wenn die Erreger bereits die roten Blutkörperchen befallen haben. Sie richten jedoch kaum etwas gegen die Malariaerreger aus, die sich im Anfangsstadium der Krankheit zunächst in der Leber vermehren.

Neuer Wirkstoff soll alle Entwicklungsstadien des Erregers abtöten

Neuer Wirkstoff soll alle Entwicklungsstadien des Erregers abtöten

Die Neuentwicklung einer automatisierten Mikroskopie-Methode  erlaubt nun auch die Identifizierung der Erreger in den Leberzellen. Einem Forscherteam unter Leitung von Elizabeth Winzeler vom Scripps Research Institute in La Jolla gelang es gemeinsam mit Wissenschaftlern des Genomics Institute of the Novartis Research Foundation, eine Gruppe chemisch verwandter Verbindungen mit einer doppelten Wirkung zu identifizieren. Möglich wurde dies mit Hilfe von Kulturen infizierter Leberzellen und einem automatisierten Screening-Verfahren.

Wie die Autoren in der Onlineausgabe des Fachjournals „Science“ schreiben, sind Tierversuche an Mäusen sind bereits erfolgreich durchgeführt worden – Mäuse konnten vor einer Infektion geschützt werden. Damit habe die neue Substanzklasse das Potenzial zur Basis einer neuen Generation von Malaria-Medikamenten.

Da es derzeit noch kein zuverlässiger Malaria-Impfschutz zur Verfügung steht, besteht Bedarf an Medikamenten, die möglichst frühzeitig wirken und so alle Entwicklungsstadien des Erregers abtöten. Direkt nach der Infektion durch einen Stich der Anopheles-Mücke dauert es etwa sieben tage, bis der Befall der roten Blutkörperchen die typischen Fieberschübe auslöst. Zuvor vermehren sich die Parasiten der Gattung Plasmodium in den Leberzellen. In dieser Zeit kommt es zu keinen Krankheitssymptomen. Tückischerweise können sich manche Erregertypen in der Leber einnisten, dort Monate oder Jahre überdauern und zu einem späteren Zeitpunkt erneut die Krankheit auslösen.

Medikamente, die auch die Leberform abtöten, könnten aus diesem Grund ein wichtiger Schritt sein, sich dem fernen Ziel einer weltweiten Ausrottung der Malaria zu nähern. Derzeit erkranken nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich immer noch 225 Millionen Menschen an Malaria.
(ms)

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