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Mit jedem Glas Alkohol steigt das Krebsrisiko

Zwar sind die Heilungschancen bei manchen Krebsarten wie etwa Bauchspeicheldrüsenkrebs schwindend gering und noch hat die Wissenschaft kein Wundermittel zur Heilung parat. Doch an Warnungen vor krebsauslösenden Stoffen oder Nahrungsmitteln mangelt es nicht. Nun warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung vor Alkohol.

Krebsrisiko steigt durch Alkoholkonsum

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät Männern dazu, nicht mehr als 20 Gramm Alkohol am Tag aufzunehmen. Frauen hingegen sollten sich bereits mit zehn Gramm Alkohol pro Tag begnügen. Diese Menge steckt laut DGE  bereits in einem alkoholischen Getränk wie etwa ein Bier, ein Glas Wein oder in einem Glas Schnaps.  Viele Krebsfälle seien vermeidbar, wenn sich Verbraucher an diese Mengen halten würden. Bei Männern könnten laut DGE 90 Prozent und bei Frauen 50 Prozent der alkoholbedingten Krebskrankheiten und Krebstodesfälle verhindert werden. Wie es in einer Presseinformation heißt, ließen sich dadurch rund 720 000 Krankheitsfälle und 430 000 Todesfälle weltweit vermeiden. Zur Krebsprävention raten die Experten der DGE allerdings ganz auf Alkohol zu verzichten.

Die Erkenntnis über die Wirkung von Alkohol auf die Enstehung von Krebs stammt aus einer aktuellen Übersichtsarbeit. Wie die Forscher entdeckten, ist ein  starkes Trinken im Vergleich zum Alkoholverzicht oder zu gelegentlichem Trinken mit einem besonders hohen Risiko für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs verbunden. Die Autoren der Arbeit fassten dabei die Ergebnisse von Meta-Analysen zu den Krebskrankheiten zusammen, für die Alkohol als Risikofaktor gilt. Dabei entdeckten sie, dass vier oder mehr Drinks am Tag das Risiko an Krebs zu erkranken um ganze 400 Prozent erhöht. Das Risiko an Kehlkopfkrebs zu erkranken, ist etwa um 150 Prozent, das für Dickdarm- und Brustkrebs um 50 Prozent und für Bauchspeicheldrüsenkrebs um 20 Prozent erhöht. Auch bei mäßigem oder geringem Alkoholkonsum von etwa einem Glas am Tag ist das Risiko für bestimmte Krebskrankheiten erhöht.

Dabei besteht den Autoren zufolge offenbar eine Dosis-Wirkungsbeziehung: Je mehr getrunken wird, desto höher steigt das Risiko. Das Brustkrebsrisiko beispielsweise steigt pro 10 Gramm Alkohol pro Tag um jeweils sieben Prozent. Für die Weltgesundheitsorganisation ist Alkohol deswegen eines der weltweit bedeutendsten Gesundheitsrisiken. Auch wenn etwa dem Rotwein ein risikosenkender Effekt auf Herz-Kreislauf-Krankheiten zugeschrieben wird, so sein Alkohol als Prävention laut DGE nicht empfehlenswert. Im Gegenteil: Die negativen Wirkungen auf die Gesundheit überwiegen Studien zufolge deutlich.

Über welche Mechanismen Alkohol die Krebsentstehung beeinflusst wird noch untersucht. Verschiedene Abbauprodukte des Alkohols scheinen im Körper krebserzeugend zu wirken. Dazu gehört das reaktionsfreudige Acetaldehyd, das sich mit Bausteinen der Erbsubstanz (DNA, Desoxyribonukleinsäure) verbinden kann.6 Im oberen Verdauungstrakt könnte Alkohol auch die schützenden Schleimhäute schädigen.

Der Alkoholkonsum ist schätzungsweise für 10 Prozent der Krebsfälle bei Männern und 3 Prozent der Krebsfälle bei Frauen verantwortlich. Dies ergab eine Datenauswertung von knapp 364 000 Männern und Frauen aus Deutschland und 7 weiteren europäischen Ländern. Die Mehrzahl der alkoholbedingten Krebsfälle ist dabei auf einen Konsum zurückzuführen, der über der derzeit als noch tolerierbar angesehenen Menge liegt. Bei der Auswertung der Daten wurden verschiedene Störgrößen berücksichtigt, darunter Ernährungsfaktoren und das Rauchen. Alkohol trinken geht häufig mit Rauchen einher. Das Rauchen ist die bedeutendste Störgröße für die Beziehung zwischen Alkohol und Krebsrisiko.

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