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Forscher entdecken Notfall-Zellen am Herzen

Zwar geht die Zahl jener zurück, die an einem Herzinfarkt sterben, doch noch immer es es die Todesursachen Nummer eins. Forscher haben nun eine besondere Entdeckung gemacht: Der menschliche Körper hat am Herzen offenbar einen Vorrat an Stammzellen. Sie können mögliche Verletzungen reparieren.

Forscher entdecken Notfall-Zellen am Herzen

Forscher entdecken Reperaturzellen im Herzen.

Der Körper scheint sich für den Ernstfall zu wappnen: Im Herz von Mäusen haben Forscher offenbar einen Vorrat an Stammzellen entdeckt. Die neu entdeckten sogenannten Herzstammzellen befinden sich den Wissenschaftlern zufolge in der äußeren Schicht der Herzwände. Diese Reperaturzellen sind demnach sehr eng mit den Stammzellen des Knochenmarks verwandt. Ihre Aufgabe ist es, Gewebe zu bilden wie etwa Herzmuskel, Nerven, Wände von Blutgefäße, aber auch Knochen und Knorpel. Vor allem aber sollen sie Herzzellen erneuern und so Schäden am Herzgewebe reparieren, sagen die Wissenschaftler.

Die Untersuchung ist einen großer Schritt für die Forscher: Denn sie hoffen jetzt, dass ihre Entdeckung dabei hilft, die Therapie nach einem Herzinfarkt verbessern zu können: „Wenn wir ein Organ wiederherstellen wollen, müssen wir die Biologie dahinter verstehen“. So wird der Studienleiter Richard Harvey vom Victor Chang Herzforschungszentrum in Darlinghurst von Focus online zitiert. Zwar ging man lange Zeit davon aus, dass das menschliche Herz nur wenige Reserven hat, sich zu regenerieren. Das erklärte auch James Chong. Allerdings wisse man mittlerweile, dass der menschliche Körper sehr viel leistet: Etwa jede zweite Herzmuskelzelle wird im gesunden menschlichen Herzen im Laufe des Lebens durch eine neue ersetzt wird – woher die Zellen kamen, das war bislang aber noch nicht bekannt.

Wie die Forscher berichten, sind wohl alle Organe mit solchen Stammzellen oder zumindest verwandten Vorläuferzellen ausgestattet. Diese Zellen erhalten das Bindegewebsgerüst und die Blutgefäße eines Organs erhalten. Und das Wichtigste ist, dass die Krankheit und Verletzungen auch das spezifische Organgewebe erneuern könne. Nicht nur das Herz ist demnach mit den besonderen Reperaturzellen ausgestattet. Auch im Gehirn, Milz, Leber, Niere und Lunge wurden sie bereits entdeckt – jetzt zum ersten Mal fand man die Stammzellen auch im Herzen.

Den Forschern zufolge müsse man die Rolle der Herzstammzellen für die Gewebeerneuerung jetzt viel genauer untersuchen. So wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie sie sich vielleicht für eine Therapie nutzen lassen. Denn neue Therapien, um geschädigtes Herzgewebe wiederherzustellen, werden laut Chang dringend gesucht.

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