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Unterschiedliche Empfehlungen zu Billig-Brustimplantaten

Zu den Risiken durch die mit minderwertigem Silikon gefüllten Brustimplantate aus Frankreich gibt es widersprüchliche Einschätzungen. Während in Frankreich und Tschechien Krebserkrankungen direkt mit den Billig-Implantaten in Verbindung gebracht werden und eine klare Empfehlung zur Entfernung der Implantate ausgesprochen wurde, betonte die australische Gesundheitsministerin Nicola Roxon am Wochenende, dass ihrer Ansicht nach kein erhöhtes Risiko bestehe.

Unterschiedliche Empfehlungen zu Billig-Brustimplantaten

Unterschiedliche Empfehlungen zu Billig-Brustimplantaten

Obwohl Gesundheitsbehörden in Australien und Großbritannien der Meinung sind, die mangelhaften Silikonkissen des französischen Unternehmens Poly Implant Prothèse (PIP) seien nicht anfälliger für Risse als andere Implantate, raten auch deutsche Behörden betroffenen Frauen nun zu einer Entfernung. Silikon kann nämlich nicht nur durch beschädigte Hüllen aus den Billig-Kissen austreten, sondern gelangt auch in größeren Mengen als üblich durch sogenanntes Ausschwitzen in den Körper. Besonders problematisch sind diesbezüglich ältere Implantate der Firma PIP – mit steigendem Alter wächst zugleich die Gefahr der Durchlässigkeit.

Bislang ist der ursächliche Zusammenhang zwischen ausgetretenem Silikon und späteren Krebserkrankungen nur eine Vermutung, für die der Nachweis noch erbracht werden muss. Frankreich hatte bereits seit April 2010 die Vermarktung und den Vertrieb der Brustimplantate europaweit verboten. Die Implantate dürfen seither ausnahmslos nicht mehr verwendet werden.

Schätzungsweise bei 400.000 bis 500.000 Frauen sollen weltweit die problematischen Silikonkissen verwendet worden sein. Wie viele Frauen in Deutschland betroffen sind, ist noch unklar. Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mitteilte, sind bislang sind noch keine Krebserkrankungen diagnostiziert worden. Es sind insgesamt bundesweit 19 Fälle von beschädigten Implantaten bekannt geworden.
Ob die Krankenkasse die Kosten für die Entfernung der Implantate tragen, hängt davon ab, ob es sich bei dem Einsatz um reine kosmetische Schönheitsoperationen gehandelt habe, oder ob medizinische Gründe vorgelegen hätten. Bei Schönheitsoperationen muss im Einzelfall geklärt werden, inwieweit die Krankenkassen die Kosten übernehmen.(ms)

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