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Auch Privatpatienten erhalten in vielen Fällen Generika

Ärzte nutzen zunehmend die Einsparmöglichkeiten durch Nachahmerpräparate, die sogenannten Generika, auch bei Privatpatienten. Eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) hat ergeben, dass PKV-Versicherte insbesondere bei Erstverordnungen nicht ausschließlich Originalpräparate erhalten. Allerdings gibt es in der PKV gegenüber der GKV insgesamt eine niedrigere Generikaquote.

Auch Privatpatienten erhalten in vielen Fällen Generika

Das Untersuchungsergebnis zeigt, dass die Quote der Generika bei Erstverordnungen im Bereich der Privatpatienten bei 65 Prozent liegt. Bei Privatversicherten, die eine längerfristige Arzneimitteltherapie erhalten, beträgt die Generikaquote immerhin noch rund 49 Prozent. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Ärzte bei bereits bestehender Medikation seltener vom Original zum preiswerteren Generikum umstellen. Bei Erstverordnungen greifen Ärzte jedoch auch bei Privatpatienten bevorzugt auf Generika zurück.

Generika bei Erstverordnungen

Autor der Studie ist Dr. Frank Wild. Er konnte für seine Untersuchung auf die pseudonymisierten Daten von zwei PKV-Unternehmen mit insgesamt 470.000 PKV-Versicherten und jeweils vier Millionen Arzneimittelverordnungen für die Jahre 2007 bis 2010 zurückgreifen. Neun Wirkstoffe wurden im Detail ausgewertet. Pantoprazol nahm die Spitzenposition in der Verordnungshäufigkeit ein, die anderen Wirkstoffe waren Amlodipin, Bicalutamid, Fentanyl, Metoprolol, Mirtazapin, Omeprazol, Tamsulosin und Venlafaxin.

Generikaquote steigt kontinuierlich

Bei fast allen Wirkstoffen ist die Generikaquote im Zeitraum zwischen 2007 und 2010 kontinuierlich angestiegen. Einzig Omeprazol fällt insofern aus dem Rahmen, als bei diesem Wirkstoff die Quote für Generika bereits 2007 auf vergleichsweise hohem Niveau lag und dieses bis 2010 stabil blieb. Generika sind Alternativen zu Original-Arzneimitteln, deren Patentschutz abgelaufen ist. Ein Generikum ist die wirkungsgleiche Kopie eines Präparats, das sich unter einem bekannten Markennamen auf dem Markt befindet. Enthaltene Hilfsstoffe und Herstellungstechnologien können sich vom Original unterscheiden. Durch die Einsparung von Forschungs- und Entwicklungskosten können Generika kostengünstig produziert und verkauft werden.
(ms)

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