Home / Forschung / Aspirin bremst Forschern zufolge Krebs aus

Aspirin bremst Forschern zufolge Krebs aus

Peter M. Rothwell von der Universität Oxford und sein Team gehen davon aus, dass die Acetylsalicylsäure (ASS), besser bekannt als Aspirin, nicht nur gegen Kopfschmerzen wirkt. Offenbar soll die Arnzei auch Krebs ausbremsen.

Aspirin bremst Forschern zufolge Krebs aus

Aspirin bremst Forschern zufolge Krebs aus

Das Team von Wissenschaftler hat in den letzten Jahren Daten gesammtelt, die zeigen, dass Aspirin nicht nur gegen Kopfschmerzen wirkt. Sie veröffentlichten dazu nun drei Studien in den Fachjournalen Lancet und Lancet Oncology. Darin schreiben die Forscher, dass Aspirin das Krebsrisiko senkt. Damit aber noch nicht genug: Aspirin könne demnach bei der Therapie von Krebs von Nutzen sein.

Die Wissenschaftler nahmen 51 Studien mit mehr als 80.000 Teilnehmern unter die Lupe. Der Großteil davon waren Männer. Sie wollten wissen, ob Aspirin vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Zudem wollten die Forscher wissen, ob das Medikament Krebs verhindert.

Krebsrisiko sinkt durch Aspirin

Das Ergebnis bestätigte ihre Annahmen: Wer jeden Tag Aspirin nimmt, der hat nach fünf Jahren ein um 40 Prozent niedrigeres Risiko an Krebs zu erkranken. Nach drei Jahren trat in den Gruppen, die Aspirin bekamen, 25 Prozent weniger Krebs auf – bei Männern und Frauen. Allerdings ist bei den Ergebnissen noch Vorsicht geboten. Denn es gibt zwar einen statistischen Zusammenhang. Eigene Studien am Menschen, die die Wirkung von Aspirin auf die Krebsentstehung unter die Lupe nehmen, haben die Forscher nicht durchgeführt.

Krebs hemmt Tumorwachstum

Die biologische Ursache der Beobachtungen wurden bisher nur in Tierversuchen getestet. Dabei zeigte sich aber, dass Aspirin zwei Enzyme beeinflussen. Dadurch wird die Bildung hormonähnlicher Stoffe gehemmt, die Tumore schneller und besser wachsen lassen. Die Krebszellen werden dadurch ausgebremst. Rothwell und sein Team betonen, dass Aspirin nicht nur die Krebsentstehung ausbremst. Auch das Risiko, dass sich weitab vom Tumor Metastasen bilden, reduziert das Medikament um 30 bis 40 Prozent.

Zwar fehlt Aspirin wohl in kaum einer Hausapotheke, trotzdem gibt es Nebenwirkungen. “Einfach allen Aspirin zu geben, ist nicht sinnvoll. Unter anderem unsere Gene bestimmen, wie groß der Vorteil wirklich ist.” Warnt daher Cornelia Ulrich, Direktorin des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen und Wissenschaftlerin am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Scroll To Top