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Kaffee ist gesünder als sein umstrittener Ruf

Kaffeetrinker müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ihr Lieblingsgetränk genießen. Die angebliche Schädlichkeit von Kaffee gehört erwiesenermaßen ins Reich der Mythen und Sagen. Trotzdem halten sich einige Vorurteile hartnäckig, obwohl in jüngster Vergangenheit mehrere Studien zum gegenteiligen Schluss gekommen sind: Kaffee und Koffein wirken eher gesundheitsfördernd als gesundheitsschädigend.

Kaffee ist gesünder als sein umstrittener Ruf

Kaffee ist gesünder als sein umstrittener Ruf

Während Tee allgemein als gesundes und bekömmliches Getränk gilt, ist Kaffee nicht erst seit heute umstritten. Bereits gegen Ende des 17. Jahrhunderts fürchteten Mitglieder einer englischen Frauenbewegung die Unfruchtbarkeit von Männern als Folge des Genusses von Kaffee, den sie als „austrocknendes und schwächendes Getränk“ bezeichneten.

Viel Schlechtes wird dem Kaffee nachgesagt, das sich bei genauerer Betrachtung als nicht haltbar erweist. Da wäre zunächst das Koffein, von dem Kaffee nach einem weitverbreiteten Irrglauben mehr enthalten solle als schwarzer Tee. Dabei enthalten Teeblätter verglichen mit Kaffeebohnen die dreifache Menge des anregenden Alkaloids. Allerdings relativiert sich dies durch die geringe Blattmasse, die für einen Teeaufguss benötigt wird. Letztlich enthält eine fertig gebrühte Tasse Kaffee in der Tat geringfügig mehr und schneller wirkendes Koffein als eine Tasse Schwarztee.

Im Gegensatz zu einem weiteren verbreiteten Vorurteil senkt Kaffee sogar kurzfristig Blutdruck und Atemfrequenz, weil das Koffein den Querschnitt der Blutgefäße und Atemwege vergrößert. Erst nach ungefähr 15 Minuten setzt die belebende Wirkung ein. So kann eine Tasse Kaffee unmittelbar vor dem Schlafengehen das Einschlafen erleichtern.

Sodbrennen löst nur auf nüchternen Magen getrunkener Kaffee aus. Empfindliche Menschen, die auf den morgendlichen Koffein-Kick nicht verzichten möchten, sollten deswegen zum bekömmlicheren Espresso greifen.
Etliche weitere längst widerlegte Irrtümer kursieren über den Kaffe: Er soll ein Flüssigkeitsräuber sein, was sich als falsch erwiesen hat; der harntreibende Effekt entzieht den Zellen kein Wasser. Auch das Risiko für Krebsleiden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen erhöht sich durch Kaffee und Koffein laut einer amerikanischen Erhebung nicht. Das Diabetes-Risiko sinkt einer aktuellen deutschen Studie zufolge sogar, wenn regelmäßig vier Tassen koffeinhaltiger Kaffee pro Tag getrunken werden. Dass Koffein die Spermien schädigt, konnte hingegen bislang weder eindeutig widerlegt noch nachgewiesen werden.
(ms)

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