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Staatsanwaltschaft ermittelt bundesweit gegen Krebsärzte

Sind deutsche Krebsärzte bestechlich? Nach Informationen des Magazins SPIEGEL ermitteln in ganz Deutschland Staatsanwälte derzeit gegen Krebsärzte, Pharmaunternehmen und vereinzelt auch gegen Apotheker. Es besteht der Verdacht der Bestechlichkeit, der durch illegale Importe, Scheinstudien und fragwürdige Beraterverträge begründet wird.

Staatsanwaltschaft ermittelt bundesweit gegen Krebsärzte

Staatsanwaltschaft ermittelt bundesweit gegen Krebsärzte

Die Vielzahl und Größenordnung der Fälle ist alarmierend, in denen Unternehmen Kassenärzten systematisch Geld gezahlt haben sollen, damit diese im Gegenzug bestimmte Krebspräparate bevorzugen.
In Ostdeutschland steht die Leipziger Pharmafirma Oncosachs im Zentrum der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden. Das Unternehmen soll Krebsärzten eine beträchtliche Summe pro Patient für die Bevorzugung von Oncosachs-Präparaten gezahlt haben. Zudem ermittelt die Behörde nach Auskunft von Wolfgang Klein, dem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, gegen 47 Krebsärzte aus verschiedenen Bundesländern. Die Medizinersollen über Scheinstudien von Oncosachs Geldbeträge kassiert haben – auf das Konto eines der Ärzte soll dabei beispielsweise von 2005 bis 2011 mehr als eine halbe Million Euro geflossen sein.

Auch in Bayern wird aufgrund einer mehr als 400 Seiten umfassenden Strafanzeige der AOK Niedersachsen gegen den Geschäftsführer eines Pharmaunternehmens ermittelt. Im Fokus steht die Pharmafirma Hikma mit ihrer Krebssparte Ribosepharm, die Ärzten über eine zwischengeschaltete Firma die komplette Praxis-Homepage gezahlt haben soll.

In Hamburg, Erfurt und Mannheim laufen ebenfalls Ermittlungsverfahren. Im Verdacht steht in Hamburg der Krebsmittelhersteller Zyo Pharma, in Erfurt wird einem Arzt zu Last gelegt,  Chemotherapie-Rezepten an einen Apotheker weitegereicht zu haben, um geldwerte Vorteile über mehrere hunderttausend Euro zu erhalten. In seiner Anklageschrift erklärt der Staatsanwalt, dass „der vorliegende Ermittlungskomplex ein beängstigendes Bild auf eine Vielzahl deutscher Apotheker wirft“. In Mannheim sollen drei Pharmaunternehmer in großem Stil in Deutschland nicht zugelassene Krebsmedikamente aus Argentinien importiert haben (ms)

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