Home / Forschung / Wie entstehen moralische Entscheidungen?

Wie entstehen moralische Entscheidungen?

Moral und moralische Entscheidungen – das macht eigentlich das Menschsein aus. Auch wenn nicht jeder die selben Moralvorstellungen hat und manche sogar frei von Moral zu sein scheinen. Deutsche Wissenschaftler haben nun zum ersten Mal untersucht, welche Hirnregionen während moralischer Entscheidungsprozesse besonders aktiv sind.

Wie entstehen moralische Entscheidungen?

Wie entstehen moralische Entscheidungen?

Wissenschaftler untersuchten erstmals, welche Hirnregionen bei diesen Entscheidungsprozessen besonders aktiv sind. Dabei zeigte sich, dass sich die Hirnareale, die für moralische Entscheidungen eine Rolle spielen, fast vollständig mit denjenigen decken, welche entweder für das Nachvollziehen von Gedanken oder von Emotionen anderer Menschen wichtig sind.

„Der Befund spricht gegen die Existenz einer speziell moralischen Hirnregion und für die Entwicklung komplexer sozialer Leistungen wie moralischen Entscheidungen aus entwicklungsgeschichtlich älteren Hirnfunktionen“, berichtet Danilo Bzdok. „Große Teile des medialen präfrontalen Kortex, des Präkuneus, der temporo-parietalen Junktion als auch die Amygdala und der posteriore zinguläre Kortex waren sowohl bei diesen Prozessen als auch bei moralischen Entscheidungen beteiligt.“

Auf neurobiologischer Ebene scheint moralisches Denken also vor allem ein rationaler Prozess zu sein, der aber über das empathische Mitfühlen von Emotionen ins alltägliche zwischenmenschliche Leben eingebunden wird. JARA-BRAIN Wissenschaftler Simon Eickhoff: „Dieses Bild menschlicher Moral deckt sich sehr gut mit klinischen Beobachtungen an Psychopathen, die bei theoretischen moralischen Fragestellungen überdurchschnittlich gut abschneiden, sich jedoch aus Mangel an Empathie im täglichen Leben unmoralisch verhalten.“

 

Scroll To Top