Home / Ernährung / Übergewichtige Kinder brauchen Eltern als Vorbilder

Übergewichtige Kinder brauchen Eltern als Vorbilder

Zurzeit wird eine Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) aktualisiert. 2006 hatten die Ergebnisse einen offenkundigen Trend zum Übergewicht bei Kindern gezeigt, der sich bereits im Grundschulalter deutlich erkennen ließ. Ernährungswissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn sprechen angesichts der aktuellen Zahlen und des zu befürchtenden weiteren Anstiegs von Gewichtsproblemen im Kindes- und Jugendalter klare Empfehlungen aus.

Übergewichtige Kinder brauchen Eltern als Vorbilder

Übergewichtige Kinder brauchen Eltern als Vorbilder

Wenn sich Übergewicht bei Kindern sehr früh manifestiert, steigt die Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen wie beispielsweise Diabetes. Expertin Silke Restmeier von der DGE rät Eltern, im Zweifelsfall gemeinsam mit einem Kinderarzt zunächst Stoffwechsel- oder Hormonerkrankungen als Ursache für die Körperfülle auszuschließen. Zudem kann ein Arzt das Gewicht des Kindes objektiver beurteilen als die Eltern, die mitunter dazu neigen, die Fettpolster zu verharmlosen.

Laut Restmeier ist es zwar richtig, dass sich Gewichtsprobleme mit der nächsten Wachstumsphase sozusagen „auswachsen“; dennoch belege die letzte Gesundheitsstudie eine Zahl von 800.000 fettleibigen Kindern in Deutschland, bei denen es sich eben nicht um eine vorübergehende leichte „Moppeligkeit“ handelt. Ernährungsexperte Reinhard Mann sieht als Leiter des Ernährungsreferats der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)eine leicht positive Tendenz: „Daten von Einschulungsuntersuchungen zeigen einen vorsichtigen Rückgang an übergewichtigen Kindern“.

Zur Dickleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen tragen mehrere Faktoren bei, selten sammeln sich die Pfunde nur aufgrund einer übermäßig hohen Nahrungszufuhr an. Allerdings beobachten Ernährungswissenschaftler unangemessen große Portionen – wenn der Teller ständig so reichlich gefüllt ist wie bei Erwachsenen, stimmt die Kalorienbilanz auf Dauer nicht mehr.
Diäten für Kinder sollten immer unter medizinischer Aufsicht in Kombination mit einer Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie erfolgen, die alle Familienmitglieder einbezieht. Die BZgA empfiehlt Präventionsprogramme für alle Kinder, die möglichst früh ansetzen und altersentsprechende Informationen über ausgewogene Ernährung, Medienkonsum und Bewegungsverhalten vermitteln. (ms)

Scroll To Top