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Die Macht der Verdrängung macht krank

Wer unangenehme Gefühle permanent unterdrückt, wird über kurz oder lang krank. Das stellte schon der „Vater“ der Psychoanalyse Sigmund Freud fest. Forscher gingen jetzt der Frage nach: Stimmt das wirklich?

Die Macht der Verdrängung macht krank

Prof. Dr. Franz J. Neyer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena sieht in dieser Frage eine Forschungslücke und wollte diese nun schließen. Zwar seien Spekulationen vor allem in der weit verbreitet, so der Psychologe. „Doch ob Menschen, die negative Gefühle vermeiden, tatsächlich häufiger unter körperlichen Krankheiten leiden als andere, ist bislang nicht nachgewiesen worden.“

Mehr als ein Jahrhundert nach Freud sind jetzt Nachwuchsforscher erstmals systematisch daran gegangen, dessen Theorie zu überprüfen. In der Fachzeitschrift „Health Psychology“ haben Marcus Mund und Kristin Mitte die erste Analyse veröffentlicht, die den Zusammenhang von Verdrängung und körperlichen Erkrankungen. Dafür haben sie sämtliche weltweit verfügbaren Studienergebnisse zusammengetragen, die das Auftreten von Krankheiten wie Krebs, Herz-, Kreislauferkrankungen, Asthma oder Diabetes im Zusammenhang damit bringen.

Das Ergebnis: Tatsächlich gibt es Zusammenhänge zwischen der Verdrängung und einigen Krankheiten. „Das Unterdrücken unangenehmer Gefühle ist ein allgemeiner Abwehrmechanismus, den jeder Mensch von Zeit zu Zeit nutzt“, erläutert Marcus Mund, Hauptverantwortlicher der Studie: „Es gibt aber auch Menschen, in deren Persönlichkeit das Prinzip der Abwehr wesentlich verankert ist.“

Diese Eigenschaft nennen Psychologen Repression. Es bestehe dabei ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Repression und einem erhöhten Blutdruck. Chronischer Bluthochdruck wiederum kann schwerwiegende Folgeerkrankungen wie koronare Herzerkrankungen, Nieren- oder Augenschäden verursachen. Für andere Krankheiten, wie Krebs, lasse sich allerdings kein Zusammenhang zwischen der Unterdrückung von Emotionen und dem Risiko zu erkranken feststellen. „Die häufig ins Spiel gebrachte sogenannte Krebspersönlichkeit gibt es definitiv nicht“, ist sich aber Marcus Mund sicher.

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