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Die Wahrheit über Apothekenpreise

Würde man bei „Wer wird Millionär“ die Frage stellen, welcher Betrag bei einem Arzneimittelpreis von 100 Euro in der Apotheke bleibt, könnte man diese getrost für die 100.000 Euro-Frage einsetzen, es sei denn, der Kandidat hat einen Apotheker als Telefonjoker. Es hält sich nämlich immer noch hartnäckig das Vorurteil, dass die Apotheken einen Großteil des Arzneimittelpreises erhalten. Fakt ist jedoch, dass bei einem Gesamtpreis von 100 Euro gerade einmal ein Zehntel hiervon in den Apotheken verbleibt.

Der Apothekerverband Brandenburg (AVB) will mit einer Kampagne in den Apotheken mit diesem Vorurteil aufräumen und klärt mit Plakaten, Handzetteln und Infos an den Kassenterminals auf, welcher Anteil in den verschiedenen Kanälen landet. Anhand eines appetitlich aussehenden Törtchens wird dargestellt, dass die Pharmaindustrie sich sozusagen das Sahnestück in Höhe von 69,55 Euro einverleibt, die leckeren Früchte nimmt der Staat in Form der Mehrwertsteuer mit knapp 16,00 Euro zu sich, und die Apotheken bekommen mit 10,31 Euro gerade noch den Boden, unter dem dann nur noch der pharmazeutische Großhandel zu finden ist.

„Wir werden mit der Aktion sicher nicht das geflügelte Wort von den sprichwörtlichen Apothekenpreisen ausrotten können. Wir möchten aber dadurch mit den völlig falschen Vorstellungen über den Apothekenanteil am Arzneimittelpreis bei der Bevölkerung aufräumen. Für jede Arzneipackung erhält die Apotheke 8,10 Euro und 3 Prozent des Einkaufspreises. Davon gibt sie 2,05 Euro als Zwangsabgabe an die Krankenkasse zurück. Die Vergütung der Apotheken ist trotz gestiegener Lebenshaltungskosten seit dem 01. Januar 2004 unverändert geblieben. Für dieses Honorar erbringen die Apotheken ihre gesamten Leistungen: Sie beraten, bestellen, lagern, fertigen Rezepturarzneimittel, liefern teilweise nach Hause und leisten Nacht- und Notdienst. Aus dem Honorar muss die Apotheke auch alle weiteren Kosten – unter anderem für Personal und Miete – begleichen“, so die AVB-Vorsitzende Dr. Andrea Lorenz.

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