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Höchste Zeit für Reformen in der Pflege

Die Barmer GEK fordert zügige Qualitätsverbesserungen in der pflegerischen Versorgung. Zum Auftakt des pflegewissenschaftlichen Symposiums der Barmer GEK in Berlin sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Rolf-Ulrich Schlenker: „Der Pflegedialog hat sich bewährt, gute Konzepte liegen nun auf dem Tisch. Jetzt braucht die soziale Pflegeversicherung ein deutliches Reformsignal.“ Das betreffe zuallererst die Frage, in welchem Umfang und nach welchem Zeitplan der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt werde.

Außerdem macht der Kassenvize deutlich, dass Deutschlands größte Krankenkasse an der Notenvergabe für stationäre Pflegeeinrichtungen festhält: „Wir müssen Qualitätsunterschiede sichtbar machen. Davon profitieren Pflegebedürftige und deren Angehörige, aber auch die Pflegeheime.“ Voraussetzung sei ein nachvollziehbares und allgemein akzeptiertes Bewertungssystem. Die derzeitigen Pflegetransparenzkriterien bildeten dafür eine gute Grundlage, notwendig sei aber eine Verfeinerung des Stichprobenverfahrens und der Bewertungssystematik.
Pflegequalität messbar machen

Aber nach welchen Maßstäben sollen Pflegeergebnisse überhaupt gemessen werden? Wie kann man dabei das Erleben der Pflegebedürftigen einbeziehen? Und wie lässt sich der Einfluss einer Einrichtung auf die Pflegequalität abbilden? Nach Ansicht von Dr. Klaus Wingenfeld vom Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW) werde Ergebnisqualität bislang nicht anhand eindeutig definierter Indikatoren beurteilt: „Die Probleme und Kontroversen rund um die Pflege-Transparenzvereinbarung zeigen, wie groß das Bedürfnis ist, diese Lücke zu schließen.“ Wingenfeld, der auch Projektleiter des jüngst veröffentlichten Abschlussberichts zur „Entwicklung und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe“ ist, wirbt für einen neuen Ansatz.
Pflege auf Demenz einstellen

Dementielle Erkrankungen dominieren längst den Pflegealltag von Pflegeheimen. Laut Professorin Adelheid Kuhlmey vom Institut für Medizinische Soziologie der Charité sind heute bereits rund 22 Prozent der pflegebedürftigen Männer und rund 30 Prozent der Frauen an einer Demenz erkrankt. Mehr als zwei Drittel der Pflegeheimplätze seien von Bewohnern belegt, die an einer Demenz leiden. „Die pflegerische Versorgung von demenzkranken Menschen zu verbessern, bedeutet, ihnen Lebensqualität zu ermöglichen.“
Pflegepersonal gewinnen und halten

Professor Michael Isfort von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen berichtet über eine angespannte Personalsituation in der Pflegebranche. Der Versorgungsbedarf steige kontinuierlich und spiegele sich im Personalbereich. Zwischen 1999 und 2009 sei die Zahl der Absolventen dreijährig ausgebildeter Pflegeberufe um 20 Prozent gestiegen. Der nominelle Zuwachs in der Altenpflege betrug sogar 76 Prozent. Es herrsche derzeit Vollbeschäftigung. Die Prognose sei jedoch durchwachsen. „Der Wettbewerb um Mitarbeiter zieht an, die Ausbildungszahlen sinken, Teilzeitarbeit nimmt zu. Wir rechnen mit einer Verschärfung der Personalsituation im Pflegebereich.“

Außerdem macht der Kassenvize deutlich, dass Deutschlands größte Krankenkasse an der Notenvergabe für stationäre Pflegeeinrichtungen festhält: „Wir müssen Qualitätsunterschiede sichtbar machen. Davon profitieren Pflegebedürftige und deren Angehörige, aber auch die Pflegeheime.“ Voraussetzung sei ein nachvollziehbares und allgemein akzeptiertes Bewertungssystem. Die derzeitigen Pflegetransparenzkriterien bildeten dafür eine gute Grundlage, notwendig sei aber eine Verfeinerung des Stichprobenverfahrens und der Bewertungssystematik.
Pflegequalität messbar machen

Aber nach welchen Maßstäben sollen Pflegeergebnisse überhaupt gemessen werden? Wie kann man dabei das Erleben der Pflegebedürftigen einbeziehen? Und wie lässt sich der Einfluss einer Einrichtung auf die Pflegequalität abbilden? Nach Ansicht von Dr.-Doktor Klaus Wingenfeld vom Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW) werde Ergebnisqualität bislang nicht anhand eindeutig definierter Indikatoren beurteilt: „Die Probleme und Kontroversen rund um die Pflege-Transparenzvereinbarung zeigen, wie groß das Bedürfnis ist, diese Lücke zu schließen.“ Wingenfeld, der auch Projektleiter des jüngst veröffentlichten Abschlussberichts zur „Entwicklung und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe“ ist, wirbt für einen neuen Ansatz.
Pflege auf Demenz einstellen

Dementielle Erkrankungen dominieren längst den Pflegealltag von Pflegeheimen. Laut Professorin Adelheid Kuhlmey vom Institut für Medizinische Soziologie der Charité sind heute bereits rund 22 Prozent der pflegebedürftigen Männer und rund 30 Prozent der Frauen an einer Demenz erkrankt. Mehr als zwei Drittel der Pflegeheimplätze seien von Bewohnern belegt, die an einer Demenz leiden. „Die pflegerische Versorgung von demenzkranken Menschen zu verbessern, bedeutet, ihnen Lebensqualität zu ermöglichen.“
Pflegepersonal gewinnen und halten

Professor Michael Isfort von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen berichtet über eine angespannte Personalsituation in der Pflegebranche. Der Versorgungsbedarf steige kontinuierlich und spiegele sich im Personalbereich. Zwischen 1999 und 2009 sei die Zahl der Absolventen dreijährig ausgebildeter Pflegeberufe um 20 Prozent gestiegen. Der nominelle Zuwachs in der Altenpflege betrug sogar 76 Prozent. Es herrsche derzeit Vollbeschäftigung. Die Prognose sei jedoch durchwachsen. „Der Wettbewerb um Mitarbeiter zieht an, die Ausbildungszahlen sinken, Teilzeitarbeit nimmt zu. Wir rechnen mit einer Verschärfung der Personalsituation im Pflegebereich.“

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