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Einschneidende Erlebnisse verändern die Persönlichkeit

Die Persönlichkeit eines Menschen scheint sich im Laufe des Lebens zu verändern. Denn sie ist offenbar nicht nur eine Frage der Gene, sondern ändert sich auch durch einschneidende Lebensereignisse. Das ist das zentrale Ergebnis einer jetzt im „Journal of Personality and Social Psychology“ online erschienenen Studie auf der Grundlage von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).
Einschneidende Erlebnisse verändern die Persönlichkeit

Einschneidende Erlebnisse verändern die Persönlichkeit.

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland.  Demnach verändert sich die Persönlichkeit durch bestimmte Erlebnisse: „Menschen verändern sich im Laufe des Lebens, insbesondere bis zu einem Alter von 30 Jahren und ab einem Alter von 70 Jahren“, sagt Jule Specht, eine der Autorinnen und Autoren. Die Ergebnisse der Psychologen stellen die Auffassung infrage, dass die Persönlichkeit eines Menschen von Geburt an weitgehend festgelegt ist. Die Persönlichkeitspsychologie geht davon aus, dass es fünf Grunddimensionen einer Persönlichkeit gibt, die ausreichen, um Unterschiede zwischen Menschen im Wesentlichen zutreffend zu beschreiben: Emotionalität, Extraversion/Introversion, Offenheit, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Testen Sie, wie stark diese Eigenschaften bei Ihnen ausgeprägt sind. Diese Grunddimensionen verändern sich aber immer wieder.

„Die SOEP-Daten zeigen, dass sich einschneidende Erlebnisse deutlich auf die Persönlichkeit auswirken“, sagt Jule Specht. Junge Erwachsene werden zum Beispiel gewissenhafter, wenn sie ihre erste Arbeitsstelle antreten. Wenn Menschen in Rente gehen, lässt diese Gewissenhaftigkeit wieder nach. Nach der Heirat sinkt bei den meisten Menschen die Offenheit für Erfahrungen. Kommt es allerdings zu einer Trennung, werden zumindest die Männer wieder offener. „Umgekehrt hat die Persönlichkeit eines Menschen auch einen Einfluss darauf, ob bestimmte Lebensereignisse eintreten oder nicht“, sagt Specht. Extravertierte Menschen ziehen zum Beispiel eher mit ihrem Partner zusammen als introvertierte.

Specht und ihre Kollegen hatten in ihrer Studie erstmals anhand einer repräsentativen Stichprobe von mehr als 15.000 Befragten untersucht, wie Lebensereignisse die Persönlichkeit beeinflussen. Zu diesen Lebensereignissen zählen zum Beispiel der erste Job, die Heirat, die Geburt eines Kindes und der Eintritt in die Rente.

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