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Natürlicher Wirkstoff gegen den Knochenabbau entdeckt

Ein natürlicher Wirkstoff aus der immergrünen Magnolie hemmt aktuellen Untersuchgunen zufolge den Knochenabbau im menschlichen Körper: Dies haben Forschende des Instituts für Biochemie und Molekulare Medizin der Universität Bern und des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) «TransCure» herausgefunden. Ihre Studie wird am Freitag im Journal «Chemistry & Biology» veröffentlicht.
Natürlicher Wirkstoff gegen den Knochabbau entdeckt

Natürlicher Wirkstoff gegen den Knochabbau entdeckt.

Schon ein einziges Exemplar verwandelt das kümmerlichste Fleckchen Erde in eine Blütenbracht. Die Rede ist dabei von der Magnolie. Doch sie kann mehr als nur schön sein: Erstmals wurde von Schweizer Forschern ein pflanzlicher Wirkstoff identifiziert, der den Knochenabbau im menschlichen Körper stoppen kann. Wie ein Forscherteam um Prof. Dr. Jürg Gertsch vom Institut für Biochemie und Molekulare Medizin der Universität Bern und Mitglied des NFS «TransCure» herausgefunden hat, besitzt ein Molekül der Immergrünen Magnolie (Magnolia grandiflora) diese Wirkung.

Der ursprünglich aus der südöstlichen USA stammende Baum der Magnolie wird schon seit 1730 in Europa häufig in Parks gepflanzt.  Wie die Forscher im Fachblatt „Chemistry & Biology“ schreiben, haben die Wissenschaftler ausgehend von diesem pflanzlichen Molekül einen synthetischen Wirkstoff entwickelt. Damit sollen zelluläre Prozesse beim Knochenabbau genauer untersucht werden. Sie haben dabei entdeckt, dass der Wirkstoff die Entstehung von Knochen abbauenden Zellen – der Osteoklasten – stoppt. Die Funktionsweise der Osteoklasten zu verstehen beziehungsweise deren Entstehung zu verhindern, ist für die Osteoporose-Therapie von grosser Bedeutung. Die Ergebnisse der Studie werden morgen Freitag in der Fachzeitschrift «Chemistry & Biology» veröffentlicht.

Der neu entdeckte Wirkstoff, der auf dem pflanzlichen Molekül der Immergrünen Magnolie basiert, hat Jürg Gertsch zufolge keine psychoaktive Wirkung – trotz seiner strukturellen Ähnlichkeit zu den Cannabinoiden aus Cannabis. «Die von uns synthetisierten Moleküle blockieren die Entstehung der Osteoklasten», erklärt Jürg Gertsch weiter. «Sie haben damit das Potenzial, als Leitsubstanzen für neue Arzneimittel in der Behandlung von Osteoporose und Osteoarthritis zu dienen.»

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