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Chance auf Heilmittel gegen Ebola Viren

Laut einem im wissenschaftlichen Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Bericht haben Forscher einen Abwehrmechanismus gegen den Erreger des Ebolafiebers entdeckt. Das Ebolavirus zählt zu den tödlichsten Krankheitserregern weltweit. Es brach erstmals 1976 im kongolesischen Raum aus und wurde nach dem nahe gelegenen Fluss „Ebola“ benannt. Bisher wurde erfolglos nach einer Therapie gegen die Erkrankung gesucht, die in 50 bis 90 Prozent aller Fälle tödlich verläuft.

Wissenschaftler hoffen auf Durchbruch beim Ebola-Virus

Wissenschaftler hoffen auf Durchbruch beim Ebola-Virus

Nachdem ein Forscherteam des Albert Einstein College of Medicine in New York herausgefunden hatte, mithilfe welchen körpereigenen Eiweißstoffs das Virus in menschliche Zellen eindringt, konnte dieses „Schlupfloch“ mit einem Wirkstoff verschlossen werden. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, ein Medikament gegen die gefährliche Infektionskrankheit entwickeln zu können.

Bei der Infektion scheint ein Molekül von besonderer Bedeutung zu sein, das eigentlich für den Transport des Blutfetts Cholesterin verantwortlich ist. Das Niemann-Pick C1 (NPC1) genannte Protein sorgt im Allgemeinen dafür, dass Cholesterin in das Innere der Zelle gelangt und dort verarbeitet wird. Ein Fehlen dieses Eiweißstoffs führt zu schweren Erbkrankheiten. Als ein weiterer Effekt stellte sich laut Studienleiter Kartik Chandran jedoch heraus, dass eine Blockade dieses Proteins eine 99-prozentige Immunität gegen das Ebolavirus verleiht. Chandran betont, der gestörte Cholesterin-Transport in die Zellen sei für einen kurzen Einsatz zur gezielten Behandlung tolerierbar.

Ein zweites Forschungsteam hat bei der Musterung von Arzneistoffen und Molekülen durch Suchroboter einen das Protein NPC1 blockierenden Wirkstoff entdeckt und nachfolgend getestet. Diese Substanz erwies sich nach Aussage des Forschungsleiters James Cunningham von der Bostoner Harvard Medical School als zuverlässig wirksam gegen Ebola. Damit könnte es erstmals gelingen, antivirale Wirkstoffe zu entwickeln. Diese schützen jedoch sehr selektiv ausschließlich vor dem Ebolavirus und dem eng verwandten Marburg-Virus, nicht aber gegen andere Krankheitserreger und Viren.

(ms)

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