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Herzinfarkt verläuft für Frauen bedrohlicher

Wenn Frauen einen Herzinfarkt erleiden, äußert sich dieser anders als bei Männern. Daher kommt es häufiger zu Fehldiagnosen und Folgeinfarkten. Zu diesem Schluss gelangt die Direktorin des Women´s Heart Center am Cedars-Sinai Heart Institute in Los Angeles.

Herzinfarkt verläuft für Frauen bedrohlicher

Herzinfarkt verläuft für Frauen bedrohlicher. Foto: Flickr/Techniker Krankenkasse

Noel Bairey Merz und ihre Kolleginnen haben die neuen Erkenntnisse kürzlich auf der Konferenz „Physiology of Cardiovascular Disease: Gender Disparities“ an der University of Mississippi in Jackson vorgestellt. Die Sterblichkeitsrate nach einem Herzinfarkt ist bei Frauen prozentual höher. Auch wenn die genauen Ursachen bislang noch unbekannt sind, bestätigen Beobachtungen vieler Ärte die geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Symptome. Männer bemerken typischerweise einen stechenden, in den Arm ausstrahlenden Schmerz, während nur bei einem Drittel der Frauen diese speziellen Symptome auftreten. Dafür klagen Frauen häufig über diffuse Anzeichen wie Schlafstörungen, Magenschmerzen oder Kurzatmigkeit – Beschwerden also, die verschiedenste Ursachen haben können und oftmals nicht mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht werden.

Ein nicht genau diagnostizierter Infarkt birgt neben dem akuten Risiko weitere Langzeit-Risiken, darunter neben einer verminderten Leistungsfähigkeit des Herzens die Wahrscheinlichkeit eines Folgeinfarkts. Bei Frauen beträgt das Risiko eines Folgeinfarkts in den sechs Jahren nach einer Attacke im Vergleich mit Männern das Doppelte. Das Gleiche gilt für die Sterblichkeit nach Bypass-Operationen: Doppelt so viele Frauen wie Männer überleben die Operation nicht. Die Erkenntnisse der Forschergruppe um Noel Bairey Merz können künftig dabei helfen, die körperlichen Anzeichen einer Herzattacke bei Frauen besser zu deuten.

Direkt nach einem Herzinfarkt behalten Frauenherzen eher ihre systolische Funktion. Dadurch ist das Herz weiterhin fähig, sich zusammenzuziehen und Blut aus der Herzkammer in die Arterien zu pumpen. Die Durchblutungsengpässe liegen also eher in den kleinen als in den großen Gefäßen.
(ms)

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