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Fürsorgliche Mütter haben stresstolerantere Kinder

Offenbar haben die ersten Erfahrungen im frühkindlichen Alter bereits einen großen Einfluss: Je fürsorglicher eine Mutter mit ihren Nachwuchs umgeht, desto besser können jene später mit Stress umgehen. Zudem sind diese Kinder weniger ängstlich und besser genährt.

Fürsorgliche Mütter haben stresstolerantere Kinder

Fürsorgliche Mütter haben stresstolerantere Kinder

Im zentralen Nervensystem gibt es ein Hormon, das an der Stressbewältigung, der Entwicklung von Angstverhalten und an der Regulation des Körpergewichts beteiligt ist. Eine Gruppe von Forschern haben zusammen mit dem Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg an Mäusen gezeigt, wie sich eine intensive mütterliche Fürsorge im Säuglingsalter auf die Wirkung dieses Hormons auswirkt. Wie die Forscher berichten, sind die Jungtiere mit fürsorglichen Müttern im Erwachsenenalter weniger ängstlich und bringen ein höheres Gewicht auf die Waage als ihre Artgenossen.

In einer Studie an Mäusen hat Rolf Sprengel vom Max-Planck-Institut für medizinische Forschung gemeinsam mit italienischen Kollegen endeckt, dass die Wirkung des Hormons NPY davon abhängt, wie viel Zuwendung die Jungtiere in den ersten drei Wochen nach der Geburt erfahren. „Wir konnten zeigen, dass die Expression des NPY1-Rezeptors im limbischen System der Jungtiere durch gute mütterliche Fürsorge erhöht wird“, erklärt Rolf Sprengel. „Langfristig wird dadurch deren gesunde Entwicklung sichergestellt.“

In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler zwei Gruppen von Mäusen: Die eine Gruppe gehörte einem Mäusestamm an, der sich vorbildlich um den Nachwuchs kümmerte. Diese Mäuseweibchen verbrachten viel Zeit mit ihren Jungen, säugten sie häufig und ließen ihnen neben ausgiebiger Fellpflege auch intensiven Körperkontakt angedeihen. Im limbischen System des Gehirns der Jungtiere, die unter solchen Bedingungen aufwuchsen, bildeten sich NPY1-Rezeptoren. Die zweite Gruppe von Weibchen war so programmiert, dass sie sich weit weniger um die Nachkommen sorgten. In diesem Fall nahm bei den Jungtieren die Zahl der NPY1-Rezeptoren nicht zu.

Aus diesen Ergebnissen ziehen Forscher den Schluss, dass sich das Verhalten der Mutter auf die Emotionen und die körperliche Verfassung bis ins Erwachsenenalter auswirkt.
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