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Fast die Hälfte aller Krebsfälle vermeidbar

Die Ursachen, die zu einer Krebserkrankung führen, sind bis heute nicht vollständig geklärt. Allerdings warnen Forscher und Mediziner vor sogenannten Risikofaktoren: Rauchen, Alkohol und ungesundes Essen stehen demnach weit oben auf der Liste.

Fast die Hälfte aller Krebsfälle vermeidbar

Fast die Hälfte aller Krebsfälle vermeidbar

Wie eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt, lassen sich rund 40 Prozent aller Tumore auf vermeidbare Faktoren im Lebensstil zurückführen. Der wichtigste Risikofaktor ist das Rauchen. Das zeigen offenbar die Analysen von Max Parkin vom Center for Cancer Prevention an der Queen Mary University of London. Demnach ist Tabakkonsum für 23 Prozent aller Krebsfälle bei Männern und mehr als 15 Prozent aller Tumorerkrankungen bei Frauen verantwortlich. Dabei entstehen den Wissenschaftlern zufolge nicht nur in der Lunge Krebszellen, auch in zahlreichen anderen Organen können 90 krebserregende Substanzen aus dem Tabakrauch Krebs verursachen.

Damit aber noch nich genug. Es gibt zahlreiche andere Risikofaktoren. Zu wenig Obst und Gemüse sowie der übermäßige Verzehr von Fleisch und Salz sollen für mehr als neun Prozent aller Krebsfälle verantwortlich sein. Übergewicht und Fettleibigkeit bedingen den Berechnungen zufolge 5,5 Prozent aller Tumore. Auch fehlende Bewegung, UV-Licht, Infektionen und berufsbedingte Risiken schlagen gefährdend zu Buche. „Viele Menschen glauben, dass Krebs ein Schicksal ist oder in den Genen liegt“, sagt Studienautor Parkin, „und dass das Los entscheidet, ob sie einen Tumor kriegen.“

Die Ergebnisse der Analysen wurden im „British Journal of Cancer Research“ veröffentlicht. Experten zufolge sei es eine sehr gründliche Arbeit, dessen Ergebnisse sich sogar auf Deutschland übertragen lassen. Dem Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge litten 2010 450.000 Menschen an Krebs, 246.000 Männer und 204.000 Frauen. Anhand der von Parkin ermittelten Zahl von 40 Prozent vermeidbaren Krebserkrankungen bedeutet das für Deutschland: 180.000 Tumorfälle hätten hierzulande verhindert werden können. Dennoch handelt es sich lediglich um Schätzungen, betonen die Forscher, die absoluten Zahlen können je nach Studie, Fragestellung, Geschlecht, Alter und Einschlusskriterien durchaus variieren.

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